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Zehn Jahre Versicherungspflicht: durchwachsene Bilanz

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Die Krankenversicherungpflicht in Deutschland feiert in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag. Eine Bilanzierung fällt überaus kontrovers aus, was auch damit zu tun hat, dass nachwievor mehrere 100.000 Menschen in Deutschland keine Krankenversicherung besitzen.

Im Bayerischen Rundfunk werden die Vor- und Nachteile der Versicherungspflicht erörtert. Legt man lediglich die offiziellen Zahlen zugrunde, so waren 2015 79.000 Personen ohne Versicherungsschutz. Es wird jedoch von einer vier Mal so hohen Dunkelziffer ausgegangen.

Die Problematiken gleich dabei einander. Bei den Nicht-Versicherten handelt es sich um Selbstständige, die ihre Beiträge nicht mehr bezahlen können. Die Folge ist ein ruhender Versicherungsschutz. Die Rückkehr in die PKV funktioniert nur dann, wenn rückwirkend sämtliche Außenstände beglichen werden, was naturgemäß immer schwerer wird. Darüber hinaus erheben die Versicherer Säumniszuschläge, womit der Weg in die Schuldenfalle vorprogrammiert ist.

Wohlgemerkt: in Notfällen wird stets Hilfe geleistet. Es zeigt sich allerdings, dass nur wenige der Nicht-Versicherten freiwillig einen Arzt aufsuchen. Vielmehr ist es so, dass so genannte „Not-Sprechstunden“ unterschiedlicher Krankenhäuser und Hilfsorganisationen frequentiert werden, die jedoch überlaufen sind.

Ursprünglich wurden die Not-Sprechstunden für Menschen mit illegalem Aufenthaltsstatus in Deutschland eingerichtet, doch kommen mittlerweile auch mehr und mehr Deutsche zu den Ärzten. Einer der Ärzte spricht Klartext und beschreibt, dass unter anderem Rechtsanwälte, Künstler oder auch vormals wohlhabene Personen darunter sind und diese keineswegs den Eindruck einer fehlenden Krankenversicherung erwecken.

Problematisch daran ist auch, dass Krankheiten verschleppt und damit chronisch werden. Die Folge sind Mehrkosten, die irgendwann ohnehin übernommen werden müssen. Entsprechend gelingt es den Hilfsorganisation oftmals auch eine Übernahme der Behandlungskosten zu erreichen

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