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Wettbewerb: sollen PKV und GKV in ein gemeinsames System überführt werden?

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Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein neuer Vorschlag für die Neuordnung von PKV und GKV veröffentlicht wird. Aktuell meldet sich das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) zu Wort und spricht sich – naturgemäß – gegen das duale System aus.

Dieses Ergebnis war zu erwarten, doch die Lösungsvorschläge weichen dann doch von der ständigen Forderung nach einer Bürgerversicherung ab. Wie die Deutsche Apotheker Zeitung berichtet, soll ein gemeinsames System aus Privaten Krankenversicherungen (PKV) und den Gesetzlichen für mehr Wettbewerb sorgen.

Das Augenmerk liegt dabei auf einer Verbindung von solidarisch und Wettbewerbs-Elementen. Im Vordergrund steht dabei die Annahme, dass das Prinzip der Einkommenssolidarität sowohl von PKV- als auch von GKV-Versicherten geschätzt wird. Offensichtlich halten es nicht nur 90 Prozent der gesetzlich Versicherten, sondern auch 85 Prozent der Privatversicherten für gerechtfertigt, dass Gutverdiener mehr Beiträge bezahlen als Menschen mit einem geringeren Einkommen. Interessant wäre hier jedoch die Frage, in welcher Größenordnung sich dieses „mehr“ bewegt. Eine Antwort hierauf bleibt der zitierte Artikel leider schuldig.

Als Lösung der angeblichen Gesundheitsmisere bietet das WIdO ein gemeinsames und nennt drei Merkmale:

die solidarische Finanzierung eines umfassenden Leistungskatalogs, lebhaften Wettbewerb sowie wirksame Instrumente zur Steuerung der Gesundheitsversorgung im Hinblick auf Qualität und Wirtschaftlichkeit

Das klingt zunächst einmal gut, konterkariert jedoch die Rekordeinnahmen und die derzeitige Praxis der gesetzlichen Krankenkassen. Eine solidarische Finanzierung findet bereits statt, Wettbewerb ist ebenfalls vorhanden und vor allem bei der PKV wird auf Qualität und Wirtschaftlichkeit geachtet. Ob hier neue Besen zwingend besser kehren würden, darf bezweifelt werden.

 

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