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Weihnachten 2014: bei Feuer nicht immer Versicherungsschutz

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In der Weihnachtszeit ist die Brandgefahr in den eigenen vier Wänden naturgemäß besonders hoch. Statistiken der Hausrat- und Wohngebäudeversicherer ergeben, dass allein im Monat Dezember um 40 Prozent mehr Feuerschäden auftreten als im Herbst oder im Frühling.

Auf die Osnabrücker Zeitung greift dieses Thema auf und spricht allein für 2013 von 11.000 so genannter Advents- und Weihnachtsbrände. Der Versicherungsschaden belief sich dabei auf runde 29 Millionen Euro.

Interessant ist in diesem Kontext, dass die Versicherungen nicht immer die Schäden regulieren. Immer wieder kommt es zu Gerichtsverhandlungen, in denen die Zahlungsbereitschaft der Versicherungen auf dem Prüfstand steht.

Ein Beispiel ist ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln (Az. 9 U 113/09), in dem eine Versicherung aus der Haftung entlassen wurde. Ein Mann hatte unter Einfluss von „zwei Sektchen“ einen Brand entfacht und hatte von seiner Hausratversicherung eine Schadensregulierung erwartet. Aufgrund der Fahrlässigkeit und des Alkoholeinflusses wurde die Klage jedoch abgeschmettert.

In einem anderen Fall bekam eine Versicherte Recht. Diese hatte mit einem Adventskranz einen Schaden in Höhe von 25.750 Euro verursacht. Die Wohngebäudeversicherung behauptete, die Frau habe die Kerzen vor dem Ins-Bett-Gehen nicht gelöscht, was sich jedoch nicht beweisen ließ. Der Bundesgerichthof entschied unter dem Az. VIII ZR 67/06 das einfache Fahrlässigkeit nicht ausreicht, sondern nachweislich „grob fahrlässig“ gehandelt werden müsse.

Im Fall von zwei vierjährigen Kindern, die einen Weihnachtsbaum und damit das komplette Haus in Brand setzten, wurde entschieden, dass die Feuerversicherung zahlen muss, da es sich nicht um eine grobe Verletzung des Aufsichtspflicht gehandelt habe (OLG Frankfurt am Main, 3 U 104/05).

Weitere Fälle finden sich dann unter dem obigen Link.

Das Team vom Rundumversicherungblog wünscht Ihnen allen frohe und vor allem versicherungsfallfreie Weihnachten.

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