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Von der PKV zurück in die GKV: lohnt sich das?

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Ein Wechsel von der Privaten Krankenversicherung (PKV) zurück in die gesetzliche Kasse gilt vielerorts als besonders cleverer Trick. Schützen möchte man sich dabei vor vermeintlich stetig steigenden monatlichen Prämien und nimmt dafür die Überwindung von jeder Menge Hürden in Kauf. Doch lohnt sich das überhaupt?

Der Versicherungsbote widmet dem Thema einen sehr langen Artikel, in dem möglich und unmögliche Szenarien erläutert und eingeordnet werden. Für Angestellte bedeutet der Wechsel in die GKV stets Abstriche beim Gehalt. Es muss eine Grenze in Höhe von derzeit 62.500 Euro Jahresbrutto unterschritten werden, was durch § 9a des sogenannten Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) realisiert wird.Das bedeutet jedoch nicht nur temporären Lohnverzicht, sondern auch eine geringere Rente, da weniger eingezahlt wird. Den verminderten Betrag müsste man demnach auf die vermeintliche Einsparung bei der Krankenversicherung anrechnen. Für Selbstständige ist der Wechsel dann möglich, wenn eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufgenommen wird. Oder man verzichtet fast vollständig auf ein eigenes Einkommen und wechselt in die Familienversicherung, sofern der Partner oder die Partnerin gesetzlich versichert ist. Der Nachteil besteht in einem eklatanten Statusverlust.

Ein Anspruch auf eine günstige Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) wird übrigens mit dem Wechsel keineswegs gesichert, denn auch, wer offiziell unter die KVdR fällt, bleibt in seiner gesetzlichen Krankenkasse. Auch können vormals Privatversicherte ohnehin keinen Wechsel in die KVdR ins Auge fassen, denn laut § 5 Abs. 1 Satz 1 Punkt 11 des 5. Sozialgesetzbuches gilt die 9/10 Klausel. Der Haken: es muss über mindestens 9/10 der zweiten Hälfte zwischen erstmaliger Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zum Rentenantrag eine gesetzliche Versicherung bestanden haben. Möglich ist die freiwillige Versicherung in der KVdR, doch die ist teurer.

Eine Beispielrechnung beweist, dass eine Basisversicherung in der PKV, die ebenfalls durch den Rentenversicherungsträger bezuschusst werden kann, günstiger als eine gesetzliche KV. Voraussetzung ist allerdings, dass vor allem gesetzliche Rente bezogen wird, was bei Selbstständigen selten der Fall sein dürfte. Der Basistarif wiederum, orientiert sich am Höchstsatz, der auch in der gesetzlichen Krankenversicherung gilt und liegt derzeit bei maximal 839,66 € im Monat.

 

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