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Versicherungsschutz im Homeoffice nicht vorhanden

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Auf den ersten Blick erscheint es einfach: wer sich bei der Arbeit oder während der Arbeitszeit verletzt, ist durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert und darf sich auf eine Kostenübernahme freuen. Das immer beliebter werdende Homeoffice ist dabei jedoch offenbar ausgenommen.

Das geht aus einem Urteil des Sozialgerichts München hervor, das im Spiegel dokumentiert wird. Ein Arbeitnehmer hatte sich auf dem Weg zur Toilette in den eigenen vier Wänden bzw. im Homeoffice durch einen Sturz verletzt und machte die gesetzliche Unfallversicherung dafür haftbar. Diese verweigerte jedoch die Zahlung, was offenbar durch die Rechtsprechung gedeckt ist.Die Begründung erscheint nachvollziehbar und besteht darin, dass seitens des Arbeitgebers keinerlei Mitgestaltungsmöglichkeit beim Arbeitsschutz besteht. Anders formuliert, kann der Arbeitgeber nicht in die Haftung genommen werden, wenn das heimische WC nicht ausreichend gesichert ist. Dokumentiert ist das Urteil unter dem Aktenzeichen: S 40 U 227/18.

Ein vergleichbares Urteil erging Ende 2018 vor dem Thüringer Landessozialgericht in Erfurt (Aktenzeichen: L 1 U 491/18). Hier ging es um einen Arbeitnehmer, der auf Dienstreise im Badezimmer ausgerutscht war und sich dabei das Knie gebrochen hatte. Auch hier meinten die Richter, dass Duschen auf Dienstreisen nicht in sachlichem Zusammenhang mit den Aufgaben eines Arbeitsverhältnisses stünde.

Man darf gespannt sein, ob das Homeoffice-Urteil Bestand hat. Noch ist die Entscheidung der Münchner Richter nicht rechtskräftig. Würde sich diese Rechtsauffassung jedoch durchsetzen, so ist dringend der Abschluss einer privaten Unfallversicherung anzuraten, die im Fall der Fälle in die Bresche springt.

 

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