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Versicherungsrecht: keine Haftpflichtversicherung bei vorsätzlichem Foulspiel

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Wenige Monaten vor der WM in Brasilien ist das Thema Fußball in aller Munde. Das gilt auch für die Versicherungsbranche, wo das Spiel nicht nur in der Versicherung der Champions-League-Stars eine große Rolle spielt.

Dass vorsätzliches Foulspiel nicht abgedeckt ist, hat nun ein Urteil des OLG Karlsruhe (Az. 9 U 162/11) ergeben. Im „Focus“ wird der dazugehörige Fall in interessanter Form aufgerollt.

Konkret ging es um ein Fußballspiel, bei dem sich zwei Spieler gegnerischer Mannschaften mehr und mehr in die Haare bekamen. Nachdem einer der beiden die Drohung „Beim nächsten Mal breche ich dir die Beine“ ausgesprochen hatte, folgte in der Tat die „Blutgrätsche“, bei der sich der Kontrahent einen Wadenbeinbruch, ein ausgekugeltes Sprunggelenk und mehrere Bänderrisse erlitt.

Der Schiedsrichter erkannte auf Absicht und zeigte die Rote Karte. Der Foulspieler muss nun aber auch noch die kompletten Behandlungskosten und ein Schmerzensgeld übernehmen. Die Private Haftpflichtversicherung verweigerte die Übernahme der Kosten und reklamierte einen gesetzlichen Risikoausschluss. Die Richter gaben der Versicherung Recht und verdonnerten den groben Fußballer zur kompletten Zahlung.

Grund für dieses Urteil war letztlich die Ankündigung des Fouls. Bedenkt man, dass bei Fahrlässigkeit gezahlt worden wäre, kann ein Foulspiel teilweise auch bezahlt werden. Ausnahmen stellen lediglich Kampfsportarten dar, bei denen die meisten Haftpflichtversicherungen von vornherein eine Haftung ausschließen.

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