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Versicherungsproblematik: Hebammen in Bedrängnis

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In diesem Kontext einer einzelnen Versicherung einen Vorwurf zu machen, wäre sicherlich falsch. Tatsache ist aber, dass aufgrund versicherungsrechtlicher Probleme der Beruf der Hebamme vom Aussterben bedroht ist.

Die „Schwäbische“ greift dieses Thema auf und spricht zurecht von einer zugespitzten Situation. In den letzten zehn Jahren wurden die Versicherungsprämien für die rund 3.500 freien Hebammen in Deutschland um Faktor zehn angehoben. Nun hat mit der Nürnberger Versicherung einer der letzten Akteure im Markt Berufshaftpflicht seinen Rückzug zu Mitte 2015 bekannt gegeben.

Konkret könnte das bedeuten, dass keine Hebamme mehr eine Berufshaftpflicht und damit auch keine Zulassung mehr erhält. Das mag ökonomische Gründe haben, ist unter dem Strich aber ein immenser Verlust für werdende Eltern. Bereits jetzt liegen die Prämien für Hebammen bei runden 5.000 Euro im Jahr. 2015 ist noch einmal ein Anstieg um 20 Prozent geplant, sodass auch auf dieser Ebene kaum noch Spielraum besteht.

Woran das liegt? An den Kosten für schwere Geburtsschäden. Zwar gibt es heute nicht mehr Geburtsschäden als in früheren Jahren, die Kosten für schwere Fälle sind aber in die Höhe geschossen. Hier wird die Haftungssumme danach berechnet, wie viel ein gesunder Mensch in seinem Leben hätte verdienen können und dieser Betrag beläuft sich im Schnitt auf 2,6 Millionen Euro.

Sollte hier nicht eine Regelung gefunden werden, so dürften Hebammen bald nur noch im Krankenhaus arbeiten. Schwangerenbetreuung, Geburtsvorbereitung, Wochenbettbetreuung, Rückbildungskurse und Stillberatung würden ebenfalls in die Krankenhäuser verlegt.

Seitens der Großen Koalition wurde die Problematik bereits auf die Agenda gesetzt. Wann und mit welchem Ergebnis Verhandlungen anberaumt werden, steht allerdings noch in den Sternen.

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