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Versicherungsbranche: Affäre um Ämterkontakte weitet sich aus

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Am Anfang stand die Debeka. Der PKV Anbieter war in die Kritik geraten, weil offensichtlich Beamte für die Weitergabe von Adressen bezahlt wurden. Medienberichten zufolge, waren mehr als 10.000 Personen in die Adresssammlung involviert und haben der Versicherung weitergeholfen.

Nun zieht die Affäre noch deutlich größere Kreise, denn offensichtlich haben auch andere Versicherungskonzerne ihren Vertrieb über Mitarbeiter der einzelnen Ämter organisiert. Das berichtet das Handelsblatt und nennt mit der BHW, DBV und der Signal Iduna sogleich „Ross und Reiter“.

Folgt man dem Artikel, so ist nach jetzigem Stand ein halbes Dutzend Versicherungen an dieser Art der Neukundengewinnung beteiligt. Und das könnte nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs sein. Konkret geht es um Provisionszahlungen, die bei erfolgreicher Vermittlungen einer PKV, eines Bausparvertrags oder auch einer anderen Versicherung geflossen sind. Von einem hessischen Oberkommissar wird sogar berichtet, dass dieser durch die Arbeit für vier Versicherungen in sieben Jahren eine zusätzliche halbe Million eingestrichen habe.

Betroffen sind sowohl Finanzämter als auch der Zoll, Gerichte und selbst Staatsanwaltschaften sowie die Polizei. Des Weiteren verschafften sich Versicherungen die Daten der Lehrlingsrollen und haben demnach auch ihren Fuß in den Türen der Handwerkammern und Industrie- und Handelskammern.

Ein Skandal? Das wird sich zeigen, denn erst einmal müssen die Fälle im Einzelnen nachgewiesen werden. Ob es sich tatsächlich um eine flächendeckende Praxis handelt oder gehandelt hat, ist ebenso noch unklar, wie die Frage nach der Verwicklung einzelner Versicherungsunternehmen. Es bleibt also spannend …

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