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Versicherungsbetrug: Unternehmen gewinnen zunehmend an Know-how

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Versicherungsbetrug ist leider weder eine Kavaliersdelikt noch eine seltene Erscheinung. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Digitalisierung der Branche entstehen auch neue Möglichkeiten, um die Versicherungen zu täuschen und unberechtigte Leistungen zu ergaunern.

Procontra Online berichtet über den Kampf zwischen den vielfach organisierten Betrügern und den Versicherungsunternehmen, die ihrerseits neue Methoden der Ermittlung entwickeln. Angesichts eines jährlichen Schadens ins Höhe von geschätzten fünf Milliarden Euro ist die Relevanz in der Tat hoch und auch die psychologische Hemmschwelle scheint in Zeiten von Photoshop gesunken zu sein.

Mit Bild- und Textforensik oder auch der Finanzdatenanalyse haben die Versicherungen allerdings hoch wirksame Mittel zur Bekämpfung der Betrüger erhalten. Bei Bildern lässt sich in aller Regel feststellen, ob es sich um eine Fälschung bzw. Photoshop oder ein Original handelt und auch die Ähnlichkeit zu bereits vorhandenen Fotos lässt sich in Form versicherungsübergreifender Datenbanken abgleichen. Das funktioniert offenbar ohne dabei gegen den Datenschutz zu verstoßen.

Das niederländische StartUp Brightmaven hat mit „Sjerlok“ eine Software entwickelt, die gestohlene Güter im Internet und vor allem auf einschlägigen Verkaufs- und Auktionsplattformen sucht.

In der Privaten Krankenversicherung (PKV) wird Betrug vor allem durch gefälschte Belege verübt, was auch an der automatischen Verarbeitung von Belegen liegt. Hier arbeiten die Versicherungen mit Computer-Vision-Technologie und KI-Algorithmen, die sogar die Liniendicke bei Ärztestempeln und andere Merkmale (bis zu 100) abklopfen.

Spannend ist der Ansatz von „Lemonade“, ebenfalls einem Start-Up. Hier müssen Versicherte vor der Meldung eines Schadens versichern, dass sie ehrlich sind und das Anliegen über ein Selfie-Video schildern. Die Betrugswahrscheinlichkeit sinkt auf diese Weise offenbar deutlich.

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