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Versicherungsbetrug: PKV um 184.000 Euro abgezockt

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Normalerweise finden Fälle von Versicherungsbetrug im Kontext dieses Weblogs keine Erwähnung. Im folgenden Fall zeigt sich jedoch, dass sowohl die Ärzte und Apotheken als auch die Private Krankenversicherung (PKV) die Betrügereien deutlich erleichtert haben.

Vor dem Amtsgericht Dachau wurde eine 59-jährige Frau zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, nachdem sie die PKV um insgesamt 184.000 Euro betrogen hatte. Indem die gelernte PTA Rezepte fälschte, verschaffte sie sich ein zusätzliches Monatseinkommen in Höhe von 3.000 Euro.

Apotheke Adhoc berichtet darüber, dass die Betrügerin nach eigenen Angaben sowohl unter Asthma als auch unter Gastritis und Knieproblemen leidet. So gelang es ihr immer wieder, Rezepte über teure Medikamente von verschiedenen Ärzten zu erhalten. Oftmals wurden dabei gleich mehrere Mediziner aufgesucht oder die Rezepte einfach via Telefon geordert.

In der Apotheke bezog die Betrügerin dann jedoch lediglich günstige Schmerzmittel, ließ sich diesen Kauf jedoch handschriftlich quittieren und mit einem Apothekenstempel versehen. Diese Rechnungen wurden dann um die teuren Medikamente ergänzt, wobei die PTA so clever war, die richtigen Pharmazentralnummern und den passenden Preis einzusetzen.

Die Ärzte hatten immer weiter Medikamente verschrieben, wenngleich manche Mediziner nach eigenen Angaben nicht glaubten, dass diese auch eingenommen würden. Zudem hatte die PKV die Rechnungen offensichtlich nicht genau genug geprüft und entsprechend nicht die abweichende Handschrift erkannt. Im juristischen Sinne lässt sich dabei natürlich nicht von einer Mitschuld sprechen, doch wurde der Versicherungsbetrug sicherlich sehr leicht gemacht, wie auch die Richter feststellten.

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