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Versicherungen nach Corona: Klagewelle befürchtet

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Die Frage, ob und wann eine Versicherung im Falle einer Betriebsunterbrechung wegen Corona zahlen muss, wird seit Monaten kontrovers diskutiert. Es geht vor allem um Kurzarbeiter und Personen, die im Rahmen von Corona ihre Arbeit verloren haben und nun auf Zahlungen der Versicherungen hoffen.

Der „Focus“ sieht bereits „ein Milliarden-Euro-Problem“ für die Versicherer, sofern die nun anlaufenden Klagen erfolgreich sind. Folgt man den Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit, so handelt es sich um rund eine Million Betroffene allein aus der Gastronomie, hinzu kommen rund 91.000 Personen, die direkt ihren Job verloren haben.Entsprechend der der zitierten Zeitschrift eigenen Art der Berichterstattung wird den Ansprüchen der klagenden Personen der Gewinn der Versicherungskonzerne gegenüber gestellt. Die Allianz brachte es allein im ersten Halbjahr 2020 auf 4,9 Milliarden operativen Gewinn, die Munich Re soll bei 2,8 Milliarden liegen.

Nun sollen Betriebsschließungsversicherungen in die Bresche springen und viele Versicherer haben bereits „Kulanz“ gezeigt und 15 Prozent gezahlt. Laut „Focus“ hat die Verweigerung einer Mehrzahlung zu den Arbeitslosen und zur Kurzarbeit geführt. Laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind die Versicherer aber ohnehin nicht zu einer Zahlung verpflichtet, da es sich nicht um Einzelfälle handele und Corona zudem — naheliegender Weise — nicht in den Versicherungsbedingungen stünde.

Erste Urteile von Landgerichten sehen im Rahmen einstweiliger Verfügungen bereits eine Zahlungspflicht seitens der Versicherer — so das Landgericht Mannheim. Als Begründung wird herangezogen, dass Versicherungsbedingungen “ stets aus der Sicht eines durchschnittlichen Kunden auszulegen“ seien und aus dieser sei Corona Teil der Police.

Analysten warnen bereits vor Kosten in Milliardenhöhe, sollte sich diese Rechtssprechung durchsetzen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht, doch die europäische Versicherungs-Aufsichtsbehörde Eiopa spricht schon jetzt von „einer äußerst angespannten Risikolage„.

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