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Urteil: Versicherungsmakler haftet nicht für Falschangaben

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Ein Versicherungsmakler kann nicht für die Aussagen eines Versicherten zur Rechenschaft gezogen werden. Zu diesem Urteil gelangte das Oberlandesgericht Braunschweig (Az. 11 U 94/18) und nahm dabei vor allem Bezug auf Gesundheitsfragen, die falsch beantwortet wurden.

Aus dem Urteil geht auch hervor, dass Versicherungsmakler erst recht nicht verpflichtet werden dürfen, Arztbriefe zu überprüfen. Anders formuliert, ist auch der Makler ebenfalls auf die Richtigkeit der Angaben angewiesen und kann nicht in eine Art Detektivrolle gedrängt werden.

Wer als Versicherter falsche Angaben macht, muss hingegen mit schweren Folgen rechnen. Es kann sowohl der Versicherungsschutz erlöschen als auch eine Abänderung des Vertrags anstehen.

Konkreter Anlass für das Urteil war die Klage eines Briefzustellers, der nachdem er aus seiner Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) entlassen wurde, den Versicherungsmakler verklagte. Dieser hatte den Kunden allerdings auf die Pflicht zur Richtigkeit der Angaben hingewiesen und hatte sich somit keines Fehlers schuldig gemacht.

Der Kläger argumentierte, dass der Versicherungsmakler die Richtigkeit auch hätte überprüfen müssen, was die Richter allerdings nachvollziehbarer Weise anders sahen. Die Rolle als eine Art medizinischer Gutachter muss von einem Versicherungsmakler somit auch nicht übernommen werden. Ein Schadenersatz, um den es im Verfahren ging, muss somit nicht geleistet werden.

Zu finden ist das Urteil inklusive der Begründung auf der Webseite des Oberlandesgerichts Braunschweig.

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