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Urteil: Reisepreisversicherer haften auch bei Gutscheinen

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Eine Reisepreisversicherung oder auch Reisepreissicherung ist ein durch das BGB vorgeschriebener Schutz von Reisenden vor der Insolvenz eines Reiseveranstalters. Die Sicherung bezieht sich auf Pauschalreisen und gilt auch dann, wenn mit einem Gutschein gezahlt wurde.

Das Versicherungsjournal dokumentiert einen Fall vor dem Amtsgericht Frankfurt (AZ 30 C 3256/17), bei dem eine Frau eine Flugreise gebucht hatte. Dieser erhielt vom Reiseveranstalter sowohl eine Buchungsbestätigung als auch einen Sicherungsschein und zahlte mit einem Gutschein.

Kurz vor der Abreise wurde die Buchung storniert, was mit einem eingeleiteten Insolvenzverfahren des Reiseveranstalters begründet wurde. Nachdem die Klägerin den Sicherungsschein geltend machte und den Preis der Reise vom Reisepreisversicherer erstattet haben wollte, lehnte dieser ab. Der Grund: die Reise sei nicht mit einem klassischen Zahlungsmittel, sondern mit einem Gutschein bezahlt worden.

Die Argumentation der Versicherung stellte darauf ab, dass der Leistung keine unmittelbare Zahlung gegenüber stünde und daher eine Regulierung abzulehnen sei.

Die Richter am Frankfurter Amtsgericht sahen dies anders und urteilten, dass die Versicherung den vollen Reisepreis zu erstatten habe. Sinn und Zweck der Versicherung sei schließlich, einen entstandenen Schaden abzudecken und dies seit der Fall. Sobald ein Reiseveranstalter einen Gutschein zur Zahlung akzeptiert, sei dieser auch ein reguläres Zahlungsmittel, was auch im Insolvenzfall im vollen Umfang gilt.

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