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Urteil: PKV muss künstliche Befruchtung ab 15-prozentiger Erfolgschance zahlen

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Eine private Krankenversicherung (PKV) darf die Kostenübernahme bei einer künstlichen Befruchtung nicht allein aufgrund des Alters einer Patientin verweigern. Dies geht aus dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) (Aktenzeichen IV ZR 323/18) hervor, der damit einer 44-jährigen Frau recht gibt. Es geht nicht um das Alter, sondern um die Erfolgschancen für eine Schwangerschaft.

Wie Pfefferminzia berichtet, ging es um die Vornahme einer intracytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI), deren medizinische Notwendigkeit von der PKV angezweifelt wurde. Der Grund: die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt sei höher als bei einer jüngeren Frau. Der BGH, hingegen, entschied, dass ab einer Erfolgswahrscheinlichkeit in Höhe von 15 Prozent der Anspruch auf Kostenübernahme besteht. Das erhöhte Risiko einer Fehlgeburt ließe sich nicht nachweisen, so die Richter, und zudem sei der weiterer Verlauf der Schwangerschaft nicht maßgeblich für die Übernahme der Kosten einer einleitenden Maßnahme.

Auch wies der BGH darauf hin, dass es dem Ehepaar selbst vorbehalten sein müsse, ob es das Risiko einer Schwangerschaft in höherem Alter hinnehmen möchte oder nicht. Vorinstanzen hatten ebenfalls zugunsten der PKV geurteilt, sodass der BGH eine Revision entscheiden musste und diese ablehnte.

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