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Urteil: Patienten in der PKV müssen teilweise Arztrechnungen prüfen

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Das Urteil des Münchner Amtsgerichts (Az.: 282 C 28161/12) lässt aufhorchen und ist ein wenig verwunderlich. Patienten einer Privaten Krankenversicheurng (PKV) sind in manchen Fällen zur Prüfung von Arztrechnungen verpflichtet.

Die „Süddeutsche“ widmet sich dem Thema und rollt den Fall auf. Konkret wurde von den Richtern festgestellt, dass die Haftung der Patienten auch noch nach Jahren besteht und eine PKV im Zweifel die Schadensregulierung verweigern kann.

Eine Privatpatientin hatte sich in der Münchner Innenstadt einer Bioresonanztherapie unterzogen. Das Verfahren wurde dabei als Mora-, Bicom-, Multicom-, Multiresonanz- oder Kippschwingungstherapie bezeichnet, leidet allerdings am bislang mangelnden wissenschaftlichen Nachweis seiner Wirksamkeit. Der Verdacht, dass der Arzt von der Problematik wusste, spiegelt sich in der Rechnung wider. Dort war nämlich von Akupunktur- und Infiltrationsbehandlung die Rede.

Nachdem die Versicherung neun Jahre später erfuhr, dass die damalige Rechnung nicht den Tatsachen entsprach, forderte sie den Betrag zurück. Die Patientin wehrte sich und verwies auf ihren Laienstatus in medizinischen Fragen.

Das Gericht gab nun der PKV Recht und entschied darauf, dass seitens des Versicherungsnehmers,

„die Pflicht [besteht], die von ihm eingereichte Rechnungen zu überprüfen, ob die darin aufgeführten Leistungen auch tatsächlich durchgeführt wurden.“

Dass die Versicherung diese Prüfung nicht vornehmen kann, versteht sich von selbst, doch kann ein Patient darauf hinweisen, wenn aus seiner Sicht Ungereimtheiten bestehen. Im konkreten Fall mag die Rechtssprechung einleuchten. Es ist jedoch zu hoffen, dass nicht auch bei Kleinigkeiten Uneinigkeit auftritt und Versicherte zu Experten in der GOÄ (der Gebührenordnung für privatärztliche Leistungen) werden müssen.

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