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Unfallversicherung: Tagegeld muss bis zum Abschluss der Behandlung fließen

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Wer eine Tagegeld-Vereinbarung mit einer Unfallversicherung hat, hat damit Anspruch auf Zahlung bis zum Ende einer ärztlichen Behandlung und nicht nur bis zum letzten Arztbesuch. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) unter dem AZ IV ZR 19/19 und kassierte damit das zuvor ergangene Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Nürnberg.

Wie das Anwaltsregister mitteilt, ging es im konkreten Fall um einen verletzten Mann, dem zehn Termine Krankengymnastik verschrieben worden waren. Die Versicherung wollte aufgrund dessen kein Tagegeld mehr zahlen, weil es sich nicht mehr um eine ärztliche Behandlung handele bzw. der Mann aus der ärztlichen Verantwortung entlassen worden sei.Folgt man indes dem BGH, so steht diese Einschätzung im Widerspruch zum Verständnis eines durchschnittlichen Versicherten. Krankengymnastik wird gemeinhin als Teil einer ärztliche Therapie angesehen, was sich auch nicht durch das eventuelle Fehlen eines späteren Kontrolltermins in der Arztpraxis ändert. Es ist entsprechend so, dass die Versicherungsleistung  die “ Dauer der von dem Arzt angeordneten Behandlungs­maßnahmen“ betrifft und hierzu gehört auch Krankengymnastik.

Zu klären ist allerdings noch die Frage, ob die Krankengymnastik auch wahrgenommen wurde, denn sonst ließe sich die Leistung eventuell doch im Nachhinein anfechten, da nicht an der Gesundung mitgewirkt wurde.

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