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Unfallflucht: Regress durch KfZ-Haftpflicht nicht immer rechtens

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Wer nach einem selbst verursachten Autounfall Fahrerflucht begeht, macht sich strafbar. Darüber hinaus kann jedoch auch passieren, dass die KfZ-Haftpflicht teilweise die Zahlung verweigert bzw. Regress fordert.

Aus einem Urteil des Amtsgerichts Leverkusen (AZ: 25 C 749/12) geht jedoch hervor, dass dies nicht immer erfolgreich ist. Wie Autohaus.de berichtet, existieren durchaus Fälle, in denen eine komplette Regulierung stattfinden musste.

Was war passiert? Ein Autofahrer hatte auf dem Parkplatz eines Baumarkts einen kleinen Schaden beim Einparken verursacht. Nach einem rund 45-minütigen Einkauf wurde er vom Besitzer des beschädigten Fahrzeugs sowie der Polizei empfangen und musste seine Personalien angeben.

Von Seiten der KfZ-Haftpflicht erfolgte zunächst eine Regulierung des kompletten Schadens gegenüber dem Unfallgegner, wurde jedoch mit einer Regressforderung in Höhe von 2.500 Euro begleitet.

Die Richter sahen diese Forderung als nicht gerechtfertigt und verdonnerten die Versicherung zur Übernahme der kompletten Schadenssumme. Der Grund lag darin, dass sich die Unfallflucht nicht negativ auf den Schadensfall ausgewirkt hatte. Zudem habe der Verursacher sein Fahrzeug direkt daneben stehen lassen und lediglich eingekauft und sich damit nicht nennenswert vom Unfallort entfernt. Aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe und der vollumfänglichen Angabe aller Daten gegenüber der Polizei kommt ein Regress nicht in Frage.

Dieser wird oftmals dann verlangt, wenn beispielsweise wegen Alkoholeinflusses die Flucht angetreten wird. Dennoch ist das Urteil interessant, denn es dürften sich in der Praxis noch eine Reihe weiterer Grenzfälle ergeben …

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