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Umstritten: ist die Kritik am Pflege-Bahr berechtigt?

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Seitdem der so genannte „Pflege-Bahr“, also die staatlich geförderte private Pflegeversicherung, auf dem Markt ist, hagelt es Kritik. Aktuell steht ein Urteil von Öko-Test in der Diskussion, gegen das sich der PKV- Verband wehrt.

Das Investment“ dokumentiert den Streit, bei dem Öko-Test offensichtlich nicht die Vorteile der staatlichen Förderung berücksichtigt hat. Im Test sollen die staatlichen Förderungen wie ein Eigenbeitrag  und damit als Last für die Kunden behandelt worden sein. Tatsächlich ist es jedoch so, dass die Versicherten lediglich den Nettobeitrag entrichten.

Ein weiterer Vorteil, den „Pflege-Bahr“ mit sich bringt, ist die Fokussierung auf Geringverdiener und Personen mit Vorerkrankungen. Beide würden auf anderem Weg ggf. keine private Pflegeversicherung erhalten und dürfen sich dank Pflege-Bahr auf zusätzlichen Schutz freuen.

Auch erstaunt den PKV- Verband, dass im Test lediglich von Musterkunden im Alter zwischen 35 und 65 Jahren ausgegangen wird. Die staatliche Förderung fließt allerdings schon ab einem Alter von 18 Jahren. Je früher der Einstieg in die geförderte Pflegeversicherung erfolgt, desto größer sind die Vorteile, was jedoch aus dem Test nicht deutlich wird.

Zuletzt wenden sich die privaten Krankenversicherer auch gegen das Vorurteil, dass der Pflege-Bahr in erster Linie von kranken Menschen abgeschlossen wird. In der Tat ist die Hälfte der Neukunden unter 50 Jahre alt und lediglich fünf Prozent gehören zur Generation 70plus und damit zur unterstellten Zielgruppe.

Ob der Test nun reißerisch ist oder nicht, müssen Interessenten selbst entscheiden. Fakt ist, dass im Pflegefall eine Versorgungslücke entsteht, die sich durch eine private Pflegeversicherung schließen lässt. Ob mit oder ohne Förderung.

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