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Studie: Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) teilweise unzuverlässig

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Die Notwendigkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) steht außer Frage. Viele Experten sehen hierin einen elementaren Bestandteil der Risikoabsicherung. Doch scheinen manche Policen im Ernstfall die Schadensregulierung zu verweigern. Das legt zumindest eine aktuelle Studie des Informationsdienstleisters PremiumCircle nahe.

Veröffentlicht werden die Ergebnisse unter anderem im Spiegel, wo von „extremen Schwankungen“ die Rede ist und wonach die Versicherungsnehmer „faktisch orientierungslos“ sind. Kern des Problems sind die unklar formulierten Versicherungsbedingungen, die vielfach einer Interpretation bedürfen.

So gehen die Macher der Studie sogar so weit, von einer Option einer Klage gegen eine Versicherung als Versicherungsleistung zu sprechen. Untersucht wurden 62 Versicherungen, von denen jedoch lediglich 15 ihre Daten nannten. Das Ergebnis: die Schadensregulierung nimmt in der Regel zwischen einem und sieben Monaten in Anspruch. Findet diese nicht im Sinne des Versicherungsnehmers statt, so geht der Fall vor Gericht. Hier existieren Versicherer, die nach eigenen Angaben in 100 Prozent gewinnen, während andere lediglich von einer Erfolgsquote in Höhe von 20 Prozent sprechen.

Problematisch ist sicherlich, dass sich in den gesammelten Vertragswerken sage und schreibe 321 Begriffe finden, die als unbestimmt gelten. Seitens des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft wurde die Studie allerdings schon kritisiert und als teilweise „abwegig“ bezeichnet. Die ggf. schwammigen Formulierungen sind auch deshalb erforderlich, da eine Police über Jahrzehnte Gültigkeit besitzen muss.

Interessant ist dabei, dass die meisten BU in Tests immer wieder glänzend abschneiden und auch die Zahl der Beschwerden in einem engen Rahmen bleibt. Ob die Studie — wie gefordert – zu politischen Konsequenzen führt, sei dahingestellt. Das Bundesjustizministerium wiegelte zumindest schon ab und sieht keinerlei Handlungsbedarf für neue Vorschriften hinsichtlich der Vertragsformulierungen.

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