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Stockholm: Skurrile Versicherung gegen Schwarzfahren

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Kann man hier noch/schon von einer Versicherung sprechen? In gewisser Weise schon, wenngleich eine Absicherung gegen die Folgen von Schwarzfahren sicherlich niemals im Portfolio eines echten Versicherungskonzerns landen wird.

Was wie ein verspäterer Aprilscherz klingt, ist in Stockholm Realität. Ein Bericht im „Spiegel“ widmet sich der Schwarzfahrer- Versicherung und informiert darüber, dass bereits mehrere Hundert Personen beigetreten sind. Das Prinzip ist simpel und besteht darin, dass eine kleine Summe in einen Fonds eingezahlt wird. Wird einer der Versicherten beim Schwarzfahren erwischt, so haftet das Kollektiv und gleicht den entstandenen monetären Schaden aus.

Dem Bericht zufolge, scheint die Versicherung Planka.nu gut zu wirtschaften. Die Einnahmen belaufen sich auf rund 5.500 Euro, die monatlichen Beiträge liegen bei elf Euro pro Person. Das Bezahlen von Strafgeldern kostete indes nur rund die Hälfte der Einnahmen, sodass es sich – 13 Jahre nach der Gründung – um ein durchaus profitables Geschäftsmodell handelt.

Problematisch ist dabei nur, dass mit den monatlichen elf Euro nicht in die Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel, sondern in eine – eigentlich – ungesetzliche „Beförderungserschleichung“ investiert wird. Setzte sich eine solche Versicherung flächendeckend durch, so hätten der ÖPNV irgendwann keine Einnahmen mehr und müsste mehr und mehr in Kontrollen investieren.

In anderen Städten scheint das Schwarzfahren sogar eine Art „Sport“ zu sein und auf Facebook existieren zahlreiche Gruppen, in denen vor Kontrolleuren gewarnt wird. Ein Trend, der in seinen Folgen alles andere als begrüßenswert ist.

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