Rundum Versicherungsblog

Schadensregulierung, Berufsunfähigkeit und PKV News

Steht die PKV wirklich vor dem Aus?

| Keine Kommentare

Ich weiß, ich weiß: allmählich kann man die zahlreichen Unkenrufe und Abgeänge zur Privaten Krankenversicherung (PKV) nicht mehr hören. Ich könnte einfach auf die Bundestagswahlen verweisen, doch findet sich in der renommierten Wirtschaftszeitschrift „Capital“ ein spannender Kommentar.

Autor Herbert Fromme spricht unverblümt von einem „Endspiel für die PKV“. Demnach macht es keinen Unterschied, wer die Bundestagswahl gewinnt, denn das Ende des dualen Systems steht sowieso vor der Tür.

Die Positionen der Parteien scheinen derzeit klar zu sein. Auf der einen Seite stehen SPD, Grüne und Linke, die sowieso für eine Bürgerversicherung stehen. Auf der anderen Seite stehen die FDP und die CDU, die am bewährten System der PKV festhalten möchten. Doch zeigen einige Maßnahmen bereits, dass die PKV den gesetzlichen Krankenkassen angeglichen wird. Als Beispiel ist hier der Pflege-Bahr zu nennen. Oder auch der Wegfall einer Gesundheitsprüfung und der Annahmezwang.

Dass sich die beiden Systeme einander annähern, mag noch zutreffen. Dass es aber Versicherer gibt, die gar nichts gegen eine Abschaffung der PKV bzw. der privaten Krankenvollversicherung haben, ist eine starke These. Laut Fromme sind die deutschen privaten Krankenversicherer unverkäuflich und für Investoren gänzlich uninteressant.

Zudem könnte es auch zu einer großen Koalition oder zu Schwarz-Grün kommen, was ebenfalls Einschnitte bei der PKV zur Folge hätte. Wie aber die vielen jungen Selbstständigen einen Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung finanzieren sollen, steht auf einem anderen Blatt. Ein gesunder 35-jähriger zahlt – bei einem Tarif mit hoher Eigenbeteiligung – runde 200 Euro im Monat an die PKV. Wer auch nur mittelprächtig verdient, muss bei einer freiwilligen gesetzlichen Versicherung den doppelten oder dreifachen Betrag ansetzen.

Ob das dann im Sinne der Gesetzgeber ist, steht auf einem anderen Blatt …

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.