Rundum Versicherungsblog

Schadensregulierung, Berufsunfähigkeit und PKV News

Riester-Rente: Probleme mit rückgebuchten Zulagen

Dass die Riester-Rente immer wieder in der Kritik steht, ist nichts Neues. Dass nun allerdings seitens der Behörden unberechtigerweise Zulagen einkassiert wurden, kann wahrlich nicht den Versicherungen angelastet werden.

Über das kritikwürdige Vorgehen berichtet Finanztest. Dem Artikel zufolge, hat die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) runde zehn Prozent der gezahlten Zulagen im vergangenen Jahr wieder vom Riester-Sparguthaben abgezogen.

In manchen Fällen mag dieses Vorgehen berechtigt sein, doch offensichtlich wird auch eingezogen, wenn keinerlei gesetzliche Grundlage existiert. Fakt ist, dass unberechtigt erhaltene Zulagen innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren eingezogen werden dürfen. Das macht ja auch Sinn, denn schließlich sollte es bei einer Riester-Rente bzw. einem Riester-Vertrag mit rechten Dingen zugehen.

Ärgerlicherweise bucht das ZfA aber auch noch nach Überschreiten dieses Zeitraums zurück, was offensichtlich in 85.000 Fällen so praktiziert wurde. Auch wurden Kinderzulagen nicht mehr akzeptiert, weil die Anfrage bei der falschen Kindergeldkasse gestellt wurde. Zuletzt existieren eine Reihe von Riester-Rente – Verträgen, die eigentlich nicht hätten abgeschlossen werden dürfen, was auf eine zum Teil mangelhafte Beratung und Prüfung schließen lässt.

Ebenfalls problematisch sind die langen Bearbeitungszeiten durch die ZfA. Wann immer es zu einem Einspruch gegen den unberechtigen Einzug der Zulagen kommt, muss mit Wartezeiten von bis zu zwei Jahren gerechnet werden. Seitens des zuständigen Finanzministeriums weiß man aber immerhin um die Problematik und bekennt:

Es könnte öffent­lich kaum vertreten werden, dass es sich hierbei um ein sinn­volles Verfahren handelt.

Ob nun jedoch mit einer schnellen Änderung zu rechnen ist, wird erst die Zukunft zeigen. Der Nutzen einer Riester-Rente dürfte aber durch die dokumentierten Einzelfälle nicht in Frage stehen.

Kommentare sind geschlossen.