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Rechtsstreit: PKV muss Magenverkleinerung zahlen

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Eine Private Krankenversicherung (PKV) ist in bestimmten Fällen dazu verpflichtet, die Kosten für eine Magenverkleinerung zu übernehmen. Das ergab ein Urteil des Landgerichts Koblenz hin (Az.: 6 S 340/14), das einen entsprechenden Rechtsstreit beendete.

Geklagt hatte eine Frau mit einer morbiden Adipositas und damit einem Body-Mass-Index von 40. Die Klägerin wollte eine Magenverkleinerung bezahlt bekommen, die jedoch seitens der PKV abgelehnt. Dagegen stand die Einschätzung des behandelnden Arztes und zweier Gutachten, die die medizinische Notwendigkeit feststellten.

Die Richter folgten der Einschätzung, dass ein so gravierendes Übergewicht im Sinne des Krankenversicherungsrechts als Krankheit zu betrachten ist. Da andere Maßnahmen keinerlei Erfolg versprachen, sei die Magen-OP die einzige Möglichkeit der Behandlung. Seitens der PKV wurde laut Versicherungsjournal so argumentiert, dass es sich um einen Eingriff an einem intakten Organ handele und somit keine medizinische Indikation gegeben sei.

Das Gericht gab dieser Einschätzung sogar statt, nahm jedoch auch auf die bereits ausgebrochenen Begleiterkrankungen Bezug. Da das Übergewicht hier ursächlich sei und eine Magenverkleinerung für eine entsprechende Gewichtsreduktion sorgt, muss die Maßnahme übernommen werden. Zusätzlich ins Gewicht fiel auch, dass sämtliche andere Therapieansätze in der Vergangenheit gescheitert waren und die OP somit die letzte Möglichkeit darstellte.

 

 

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