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Rechtsstreit: Fußballer gewinnt gegen Versicherung

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Der Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Fußball-Nationalspieler Holger Badstuber und dessen Krankenversicherung ist zu Gunsten des Sportlers entschieden worden. In einem viel beachteten Urteil kamen die Richter am Landgericht München zu dem Schluss, dass Badstuber eine Nachzahlung in Höhe von knapp 30.000 Euro zusteht.

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, liegt die Relevanz weniger in der Bekanntheit des Klägers als in der Beantwortung der Frage, wie Auslandstage bei einer Privaten Krankenversicherung (PKV) mit Krankentagegeld zu bewerten sind. Im Vertrag stand, dass der Versicherte im Inland bleiben müsse, um stets erreichbar zu sein.Im Zeitalter der Smartphones ist dies jedoch auch dann gegeben, wenn ein Auslandsaufenthalt anberaumt ist. Badstuber hielt sich im Rahmen seiner Krankschreibung zwischen 2014 und 2016 27 Tage im Ausland auf und bekam diese Zeit nicht in Form von Krankentagegeld bezahlt. Nach Ansicht der Anwälte des Fußballers sowie der Richterin, sind entsprechende Statuten allerdings nicht mehr zeitgemäß.

Es handelt sich dabei um ein so genanntes Anerkenntnisurteil, auf das sich kommende Klägerinnen und Kläger nicht berufen können. Eher ließe sich von einer Art Kompromiss zwischen Versichertem und PKV sprechen, mit dem weiterreichende Folgen und ein Präsedenzfall vermieden wird. Es ist allerdings davon auszugehen, dass vergleichbare Fälle folgen werden. Alternativ ließen sich auch die Versicherungsbedingungen für kommenden Verträge ein wenig umformulieren, um lediglich die Erreichbarkeit und nicht den Aufenthalt im Inland vorzuschreiben.

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