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Probleme mit Versicherung: Hebammen in Not

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Steigende Geburtenzahlen sollten eigentlich gute Nachrichten sein. Zumindest für Hebammen, die dadurch mehr zu tun haben. Das Problem: immer weniger Personen üben den Beruf aus, was vor allem an der desolaten Versicherungssituation liegt. Die Grünen fordern daher eine grundsätzliche Umstellung.

Wie der RBB berichtet, gehen allein in Brandenburg alle drei Jahren 15 Hebammen verloren, was in den meisten Fällen durch den Wechsel in den Ruhestand erfolgt. In Frankfurt / Oder geht in diesem Jahr beispielsweise die letzte in Vollzeit tätige Hebamme in den Ruhestand und es werden nur noch vier Nebenberuflerinnen übrig bleiben.

Was dieses Thema in einem Versicherungs-Weblog zu suchen hat? Ganz einfach: die Problematik liegt vor allem in den horrend gestiegenen Preisen für den Versicherungsschutz. Der Deutsche Hebammenverband bietet beispielsweise eine Gruppenversicherung an, die mit jährlich 7.639 Euro bzw. monatlich mehr als 630 Euro zu Buche schlägt. Bis 2020 ist ein Anstieg auf 9.098 Euro vorgesehen, d.h. mehr als 750 Euro im Monat.

Die Formulierung „K.o.-Faktor“ kommt nicht von ungefähr, weswegen die Grünen nun ein Modell fordern, das mit der gesetzlichen Unfallversicherung vergleichbar ist und damit bezahlbar würde. Schon jetzt kommt es zu Geburten auf Parkplätzen, wie vor einigen Wochen in Berlin-Neukölln, was allein an einer Überfüllung der Kreißsäle liegt.

Man darf gespannt sein, ob ein politischer Wille existiert, diese Misere zu beheben oder ob mittelfristig einer der ältesten Berufe der Welt schlichtweg ausstirbt.

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