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PKV-Zusatzversicherung: Amtliche Betreuerin wegen Kündigung vor Gericht

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Vor dem Oberlandesgericht Koblenz (OLG) wird bald ein interessanter Fall verhandelt. Es geht dabei um die Kündigung einer privaten Kranken- und Pflegezusatzversicherung durch eine Berufsbetreuerin, die kurz vor dem Eintreten des Schadensfalls erfolgte. Die Klägerin ist der Auffassung, dass dies absehbar gewesen wäre.

Dokumentiert wird die rechtliche Auseinandersetzung bei Procontra Online. Offenbar wollte die Betreuerin nur beim Sparen helfen und hat folglich auch Versicherungsverträge gekündigt. Die Krankheit, die auch die Betreuung erforderlich machte, führte jedoch kurz danach zum Eintreten des Versicherungsfalls. Ermangelst Versicherungsschutzes gingen der Frau Leistungen in Höhe von 18.000 Euro verloren.Die betreute Frau klagte auf Schadenersatz und beantragte aufgrund ihrer finanziellen Situation Prozesskostenhilfe, was seitens des Landgerichts Koblenz zunächst ermangelst Aussicht auf Erfolg zurückgewiesen wurde. Die Begründung lautete, dass die Kündigung der Policen nicht pflichtwidrig erfolgte.

Eine Beschwerde der betroffenen Frau vor dem OLG (Az.: 4 W 79/18) war indes erfolgreich, da man hier sah, dass das Eintreten des Versicherungsfalles aufgrund des bekannten Krankheitsbildes abzusehen gewesen wäre. Zudem wäre die PKV beim zu erwartenden Schadensfall beitragsfrei gestellt, sodass nur etwas Geduld erforderlich gewesen wäre. Fazit: die Berufsbetreuerin hätte genauer hinschauen müssen und könnte nun in die Haftung genommen werden. Das Urteil im Schadenersatzprozess steht allerdings noch aus, denn das OLG entschied lediglich über die Aussichten und die Prozesskostenhilfe.

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