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PKV: was bietet das niederländische Modell?

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In der immer wieder angefachten Diskussion um die Zukunft der Privaten Krankenversicherung (PKV) wird mitunter auch auf das Modell der Niederlande verwiesen. Ob es sich hierbei tatsächlich um ein „Erfolgsmodell“ handelt, wie mancherorts behauptet wird, sei dahingestellt. Interessant ist jedoch, dass die vormalige Dualität aus Privater und Gesetzlicher Vorsorge einzig und allein in ein privates System überführt wurde.

Die Wirtschaftswoche nimmt in ihrem Artikel zunächst einmal Bezug auf die viel zitierte und fast ebenso oft kritisierte Bertelsmann-Studie zur PKV. Diese war ausdrücklich als reines Rechenexempel bezeichnet worden, wird nun allerdings immer mal für bare Münze genommen. Fakt ist, dass das deutsche Gesundheitssystem keineswegs schlechter abschneidet als die Pendants in den reicheren Ländern Skandinaviens oder auch Österreich und die Niederlande.Im westlichen Nachbarstaat war es eine Weile so, dass ein duales System existierte und 1967 zudem eine Pflichtversicherung, beispielsweise für die Pflege, eingeführt wurde. Etwas Vergleichbares existiert auch in Deutschland, doch gingen die Niederlande 2006 so weit, eine allgemeine Versicherungspflicht einzuführen und den Markt zu vereinheitlichen. Nunmehr existiert eine weitgehend identische Basisversicherung und es lassen sich darüber hinaus Zusatzleistungen kaufen.

Was im Grunde auch einem dualen System (Basisversicherung gegen einen XXL-Schutz) entspricht, führt zu einem geringen Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandsproduktes von zehn gegen 11,5 Prozent und eine höhere Zufriedenheit auf Basis des Euro Health Consumer Index. Ob der Zusammenhang jedoch kausal ist oder nicht, wird im Artikel nicht ewähnt.

So bleibt ein interessanter Vergleich, der allerdings nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Größen der Länder (17 Millionen versus 81 Millionen Einwohner) nur schwer zu ziehen ist.

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