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PKV – wann muss ein Hörgerät erstattet werden und wann nicht?

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Die Auslegung von Versicherungsbedingungen sind insbesondere in der Privaten Krankenversicherung (PKV) mitunter schwer. Vor dem Amtsgericht Dortmund stritten sich ein Rentner und dessen Versicherung um die vollständige Erstattungsfähigkeit für ein Hörgerät, wobei am Ende der Versicherte Recht erhielt.

Der Versicherungsbote hat den Fall, der unter dem AZ 404 C 4473/19 veröffentlich wurde, nachvollzogen. Es ging dabei vor allem um eine nicht funktionierende Anpassung verschiedener Hörgeräte und sage und schreibe 17 Anläufe, um ein neues Gerät zu finden. Das Problem bestand darin, dass das alte und mittlerweile defekte Gerät die besten Ergebnisse geliefert hatte und nicht mehr in dieser Form zu haben war.Nach langen Hin- und Her kaufte sich der Rentner ein älteres Gerät mit deutlich größeren Lautsprechern und Mikrophonen, das ein gutes Stück teurer ausfiel als die modernen und handelsüblichen Geräte. Die Differenzsumme belief sich auf 1.370 Euro, die vom Rentner hätten getragen werden sollen. Dieser argumentiert, dass das Gerät medizinisch notwendig sei und die Zusatzfunktionen nicht zu einer Überversorgung führen würden.

Das Verfahren drehte sich auch um die Frage, ob das neue Hörgerät „zusätzliche, nicht benötigte Funktionen oder Ausstattungsmerkmale aufweise und andererseits zugleich preiswertere Hörgeräte zur Verfügung stünden“. Ein Sachverständiger stellt zunächst klar, dass ein Bleiben bei ein- und derselben Marke im Bereich von Hörgeräten durchaus gängig sei. Zudem stünden auch bei von einer PKV akzeptierten Hörgerät immer Zusatzfunktionen zur Verfügung, die nicht genutzt würden. Dieses Argument wurde somit entkräftet. Auch wurde aufgrund der fortschreitenden Schwerhörigkeit des Patienten auf die Erfordernis von Reserven hingewiesen und es wäre aus Sicht des Experten sogar ein Implantat zu einem deutlich höheren Preis möglich.

Die Richter folgten der Argumentation des Klägers und die fehlenden 1.370 Euro müssen gezahlt werden.

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