Rundum Versicherungsblog

Schadensregulierung, Berufsunfähigkeit und PKV News

PKV: Versicherungsbetrug im hohen fünfstelligen Rahmen

| Keine Kommentare

Es ist ein Versicherungsbetrug, wie er in der Privaten Krankenversicherung (PKV) selten vorkommt. Ein Unternehmer wurde nun verurteilt, weil er Heilbehandlungskosten in Höhe von 55.638 Euro in Rechnung stellen ließ und schlichtweg abkassiert hatte.

Pfefferminzia dokumentiert den Fall und schreibt dazu, dass der Versicherungsbetrug erst dann aufflog, als der Arzt, der die Verschreibungen durchführte, verstorben war und dennoch weiter Rezepte unter dessen Namen ausgestellt wurden.

Beim Betrüger handelte es sich um einen Bonner Unternehmer, der neun Jahre lang erfolgreich Geld von seiner PKV erhielt. Das Treiben begann im April 2006 und wurde bis in den Dezember 2015 fortgesetzt. Immer wieder reichte der mittlerweile 52-jährige Mann Arztrechnungen ein und zeigte sich im Erfinden neuer Krankheiten überaus kreativ.

Ruchbar wurde der Versicherungsbetrug aufgrund des auffälligen Layout-Musters und einer immer wiederkehrenden Erkrankung (der Entfernung eitriger Karbunkel).

Das Landgericht Bonn gab nun der Klage der geschädigten PKV statt (AZ: 9 O 66/17) und verurteilte den ehemaligen Unternehmer wegen gewerbsmäßigem, schweren Betruges und Urkundenfälschung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Darüber hinaus müssen die Behandlungskosten in Höhe von 55.638 Euro zurück gezahlt werden.

Einer der Gründe für das Urteil bestand auch darin, dass weder Arzt- noch Laborberichte im Kontext der vermeintlichen Erkrankungen existierten. Angesichts von jährlich rund 25 Erkrankungen erschien dies den Richtern doch allzu unwahrscheinlich und verdächtig.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.