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PKV: Versicherte müssen sich nicht um Arzneimittellisten kümmern

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Wer im Basistarif einer Privaten Krankenversicherung (PKV) versichert ist, muss sich nicht gegenüber einer Apotheke oder einem Arzt um die Verschreibung günstigerer Arzneimittel, der so genannten Generika, bemühen. Das geht unter anderem aus einem Urteil des Landgerichts Bremen hervor.

Entsprechend eines Berichts in der Deutschen Apotheker Zeitung hatte eine Apotheke zunächst mit einem Patienten die direkte Abrechnung mit der PKV vereinbart. Als diese unter Verweis auf das Vorhandensein von Generika die Zahlungsübernahme verweigerte, wollte die Apotheke das Geld vom Patienten erhalten.

Die Richter am Landgericht Bremen sahen diesen Anspruch als nicht begründet und auch im direkten Verhältnis zwischen einem Patienten und der PKV ist der Versicherte nicht verpflichtet, die Preise der Medikamente zu vergleichen und eventuell günstiger einzukaufen. Ein Fall in Berlin ging sogar so weit, dass eine Versicherung eine Defektliste seitens des Patienten forderte. Anders formuliert, sollte dieser belegen, dass zum Zeitpunkt seiner Medikamentenbestellung keine preisgünstigeren Präparate existierten.

Das Amtsgericht Mitte urteilte schon 2012, dass eine solche Bescheinigung nicht zumutbar sei und verwies die Privaten Krankenversicherer an die jeweiligen Apotheken. Nachdem dies nicht klappte, wurde das Urteil im Jahr 2018 noch einmal vom Amtsgericht Mitte bestätigt und darin festgehalten,

dass der Kläger weder verpflichtet sei, bei Bezug ärztlich verordneter Medikamente jeweils eine Bescheinigung der Apotheke beizufügen, dass es keine preisgünstigeren Präparate gibt, noch eine Defektliste beizufügen.

 

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