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PKV- Urteil: künstliche Befruchtung auch bei älteren Frauen

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Eine Versicherte in der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat auch dann einen Anspruch auf Kostenübernahme bei einer künstlichen Befruchtung, wenn sie älter sind. Das stellte der Bundesgerichtshof (BGA) in einem Urteil vom Donnerstag fest und wendet sich damit gegen die Lesart, die das statistische Risiko einer Fehlgeburt ins Feld führt.

Die Deutsche Apotheker Zeitung dokumentiert das Urteil, in dem es um eine 44-jährige Frau ging, deren Mann auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen konnte. Die Diagnose Kryptozoospermie sorgte dafür, dass nur eine künstliche Befruchtung für die Erfüllung des Kinderwunsches in Frage kam, was von Seiten der PKV nicht als „medizinisch notwendige Heilbehandlung“ angesehen wurde.Das Landgericht Bremen (AZ O 1184/12) hatte in der ersten Instanz Anfang 2017 dem Versicherer recht gegeben und sich der Argumentation angeschlossen, dass aufgrund eines erhöhten Fehlgeburtsrisiko keine Kostenübernahme stattfinden dürfe. Das OLG Bremen hatte fast zwei Jahre später dieses Urteil bestätigt, jedoch aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung einer Revision zugelassen, sodass der BGH übernahm.

Dieser befand, dass vier Anläufe für eine künstliche Befruchtung aufgrund der Erkrankung bzw. Probleme des Mannes anzuerkennen seien, da die Wahrscheinlichkeit auf das Zustandekommen einer Schwangerschaft hoch sei. Dabei wurde auch das Selbstbestimmungsrecht des Paares hervorgehoben, das die Risiken selber in Kauf nehmen oder eben verzichten könne.

Die Folge: die PKV muss sowohl die Kosten für die Behandlung des Mannes als auch die der hormonellen Stimulation der Frau übernehmen – im konkreten Fall rund 17.500 €.

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