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PKV und GKV: lässt sich von den Niederlanden lernen?

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Keine Sorge: ich wärme den Streit um die Einführung der Bürgerversicherung bzw. die Abschaffung der Privaten Krankenversicherung (PKV) gewiss nicht auf. Und doch kann der Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand manchmal interessant sein.

Die ÄrzteZeitung widmet sich den Niederlanden und schreibt vollmundig über eine „holländische Lektion„. Offensichtlich ist es unseren westlichen Nachbarn gelungen, die PKV und die gesetzliche Krankenkasse in ein funktionierendes Modell zu überführen. Im Rahmen der Fachtagung der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen (GRPG) hatte der Niederländer Geert Jan Hamilton seinen Auftritt und erläuterte das Modell.

So wurden am 1. Januar 2006 die Unterschiede zwischen PKV und dem gesetzlichen System aufgehoben und beide Ansätze in ein einheitliches System überführt. Der erste Schritt bestand in der Angleichung des Vergütungssystems. In Deutschland könnten den Ärzten dadurch Verluste in Höhe von sechs Milliarden Euro entstehen, die nach Ansicht von Dr. Anke Walendzik von der Universität Duisburg-Essen zumindest teilweise durch staatliche Mittel ausgeglichen werden sollten.

Das Problem besteht jedoch nicht nur verfassungsrechtlich mit der Frage, ob ein Zwangssystem überhaupt praktikabel ist. Auch die Politik scheint derzeit unversöhnlich und steht sich bei dem Thema diametral gegenüber.

Ob das niederländische Modell ein Vorbild sein kann, ist ebenfalls zu hinterfragen. Fakt ist, dass aufgrund teilweise enormer Wartezeiten viele Niederländer nach Deutschland fahren, um sich dort behandeln zu lassen. In den Krankenhäusern existieren noch Säle, in denen bis zu acht Männer und Frauen nur durch Vorhänge getrennt nebeneinander liegen. (Quelle: justlanded.de). Auch die Universität Münster weist auf die Wartezeiten hin und nennt als Beispiel eine Grauer Star- OP, die in Deutschland ca. sechs Wochen, in NL allerdings bis zu einem halben Jahr Warten mit sich bringt.

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