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PKV sieht kein Risiko durch „Gaming Disorder“

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat “Gaming Disorder” bzw. das exzessive Spielen an Computer oder einem mobilen Gerät offiziell als Krankheit anerkannt. Seitens der Privaten Krankenversicherung (PKV) wurde jedoch signalisiert, dass dadurch keinerlei Auswirkungen auf den Versicherungsschutz bestehen.

Näheres verrät „Versicherungswirtschaft heute„, wo sich auch kritische Stimmen an der Einstufung von „Gaming Disorder“ als eigenständige Krankheit finden. Kritiker befürchten, dass die Grenzen zwischen Vielspielern und therapiebedürftigem Suchtverhalten kaum noch erkennbar sind.

Des Weiteren stellt sich die Frage, ob nicht auch Social Media- Nutzung oder Handy-Sucht mögliche Krankheiten darstellen. Oder das Spielen anderer Spiele, die nicht in der digitalen Welt angesiedelt sind?

Für die Privaten Krankenversicherungen (PKV) stellt sich der Fall indes noch einfacher dar, denn entsprechend § 5 Abs. 1b der Musterbedingungen der Krankheitskostenversicherung (MB/KK 2009) werden Entziehungsmaßnahmen bzw. Entziehungskuren und damit die Behandlung von Suchtverhalten nicht als Leistung anerkannt.

Einzelne Versicherer können gleichwohl auch die Computerspielsucht in ihren Leistungsumfang aufnehmen und hierzu einen zusätzlichen Baustein anbieten, was jedoch derzeit (noch) nicht der Fall ist.

Nach aktuellem Stand existieren noch keine belastbaren Daten zur Zahl der suchterkrankten Versicherten in der PKV und die hieraus konkret entstehenden Behandlungskosten. Entsprechend dürfte es auch schwer fallen, dieses Phänomen valide in die Kalkulation einzubeziehen oder gar einen eigenen Tarifbaustein daraus zu „stricken“.

Der Branchenverband Game beziffert den Anteil der exzessiven Gamer auf unter ein Prozent. Ausgangspunkt sind rund 34,1 Millionen Menschen, die Computer- und Videospiele spielen.

 

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