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PKV: legale Sterbehilfe im Gespräch

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Es mag auf den ersten Blick ein Tabuthema sein, doch in der Tat hat die legale Sterbehilfe nach Ansicht  mancher Experten einen großen Einfluss auf die Entwicklung in der Privaten Krankenversicherung (PKV). Hintergrund ist die grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweise zwischen gesetzlichen Krankenkassen und PKV.

Procontra-Online präsentiert hierzu einen umfangreichen und durchaus streitbaren Artikel, in dem es zunächst darum geht, dass seitens der gesetzlichen Krankenkassen durchweg nur Pauschalen gezahlt werden und lebensverlängernde Maßnahmen augenscheinlich nur in der PKV vorkommen. Hintergrund ist auch ein Urteil des Landgerichts München I vom 18.01.2017 (Az. 9 O 5246/14).

Hieraus geht hervor, dass für lebens- und leidensverlängernde Maßnahmen wie künstliche Ernährung vor dem Tode objektiv keine medizinische Indikation mangels erkennbarem Therapieziel mehr gegeben ist.

Daraus kann (oder sollte?) auch für die PKV eine Verweigerung der Kostenübernahme folgen, alldieweil auch seitens mancher Patienten im Rahmen einer Patientenverfügung das Ausbleiben entsprechender Maßnahmen festgelegt wird. Aufgrund der – Zitat – „Gier im Gesundheitssystem“ ist es jedoch so, dass manche Ärzte gerne kostenintensive Maßnahmen weiterführen, wenngleich seitens verschiedener Gerichte bereits festgestellt wurde, dass der zuvor niedergeschriebene Wille bzw. die Patientenverfügung rechtlich bindend sind.

Eine PKV richtet sich faktisch jedoch nach den Empfehlungen der Mediziner und zahlt letztlich, was weder im Sinne des Patientenkollektivs noch im Sinne des Patienten ist.

Ein Ausweg könnte sein, dass seitens der Privaten Krankenversicherungen zur Sterbehilfe beraten wird. Dies könnte auch zu einer allgemeinen Senkung des Beitragsniveaus beitragen, wenn nämlich Patientenverfügung gezielt genutzt und unnötige Behandlungen vermieden werden.

Fakt ist, dass die höchsten Leistungen der PKV in aller Regel kurz vor dem Tod eintreten und durch gezielte Aufklärung – etwa durch Broschüren  – eine Win-Win-Situation entstehen könnte: Für alle, die rechtzeitig schmerzlos gehen, die bleiben, die Erben, die die Alterungsrückstellungen erbenden übrigen Versicherten und die PKV. 

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