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PKV in der Diskussion: Gegner spielen die „Ethikkarte“

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Es ist schon erstaunlich, mit welcher Energie der Kampf gegen die private Krankenversicherung (PKV) geführt wird. Zunächst ging es Kritikern meist um angeblich enorme Beitragssteigerungen und das Schüren von Angst vor Altersarmut. Statistiken beweisen jedoch seit langem, dass die Beiträge in den gesetzlichen Krankenkassen ebenso ansteigen. Also zurück auf Anfang und einen neuen Versuch gestartet.

Der aktuelle Vorstoß wird im Ärzteblatt dokumentiert.Ausgangspunkt ist eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die vom IGES-Institut durchgeführt wurde. Das Ergebnis: wären aller Bundesbürgerinnen und -bürger gesetzlich versichert, so würde die GKV keine Verluste mehr haben, sondern einen jährlichen Gewinn in Höhe von neun Milliarden Euro vorweisen.Dass dieses Geld dann brav an die Versicherten verteilt würde, scheint den Machern der Studie klar zu sein, weshalb eine Senkung des Beitragssatzes um 0,6 bis 0,2 Prozentpunkte ausgelobt wird. Im Schnitt wird zudem von einer Ersparnis in Höhe von 145 Euro pro Jahr gesprochen und selbst bei einem großzügigen Ausgleich der Honorarverluste der Ärzte (wie auch immer das funktionieren soll) wären es noch 48 Euro jährlich.

Ausgangspunkt der Berechnung ist ein unterstelltes höheres EInkommen der Privatversicherten sowie ein günstigeres Risikoprofil, da PKV-Versicherte gesünder sind und seltener ins Krankenhaus müssen oder chronische Krankheiten haben.

Die SPD sowie die Grünen und die Linke sehen in der Studie wieder einmal einen Beweis dafür, dass das zweigliedrige System abgeschafft gehört, doch weist der PKV-Verband darauf hin, dass es sich um ein

Rechenexempel im luftleeren Raum

handelt. Die Leidtragenden wären die Ärzte, Heilpraktiker und andere Beschäftigte im Gesundheitsbereich, oder:

„Wenn also dem Gesundheitssystem keine Mittel entzogen werden sollen, dreht der Bei­tragseffekt nach der Bertelsmann-Rechnung sogar ins Minus – die gesetz­lich Versicher­ten müssen draufzahlen“

Die Bundesärztekammer spricht sogar von einem

„Griff in die ideologische Mottenkiste“

und selbst die Verfasser der Studie weisen darauf hin, dass ihre Arbeit ein

nicht „realistisches, umsetzungsnahes Szenario“

entwirft. Mancherorts reicht dies aber offensichtlich dazu aus, gebetsmühlenartig die immergleichen Forderungen zu stellen und PKV-Versicherte als Profiteure der Ungleichheit darzustellen.

 

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