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PKV: Honorarberatung der Stiftung Warentest in der Kritik

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Die Unsicherheit im Bereich der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist groß. Seitens der Stiftung Warentest soll nun durch eine kostenpflichtige Beratung bzw. Honorarberatung für Abhilfe gesorgt werden. Eine Maßnahme, die durchaus auch auf Kritik stößt.

Der Versicherungsbote beruft sich unter anderem auf eine Juristin und stellt die Qualität der Beratung in Frage. Zudem wird davon abgeraten, ein Thema von der Komplexität einer PKV einer Online-Beratung zu überlassen. Problematisch ist zudem, dass die Stiftung Warentest als öffentlich-rechtliche Institution in direkte Konkurrenz mit Versicherungsberatern und -maklern tritt.

Im Vergleich sind 204 PKV -Tarife, zu denen jedoch ohne jedes persönliche Gespräch geraten wird. Die Beratung besteht in diversen Fragebögen, bei denen jedoch die Implikationen einzelner Fragekomplexen so gut wie nicht erklärt werden. So wird unter anderem nicht erklärt, worin der Nachteil einer nur eingeschränkten Heilpraktiker-Behandlung besteht oder wann und warum ein bestimmter Aspekt des Versicherungsschutzes als „wichtig“ oder „weniger wichtig“ eingestuft werden sollte. Vor allem bei psychischen Erkrankungen können sich bei Nicht-Übernahme der Kosten erhebliche Kostenprobleme ergeben, worauf nur die wenigsten PKV -Versicherten eingestellt sind.

Ebenfalls wird nach Ansicht des Versicherungsboten nicht ausreichend über die Folgen falscher Angaben im  Versicherungsantrag berichtet, sondern lediglich auf einen – kostenpflichtigen – Artikel in der Zeitschrift „Finanztest“ verwiesen. Auch hier warnen Juristen davor, komplexe Gesundheitsfragen lediglich via Mausklick zu beantworten.

Zuguterletzt stellt sich die Frage nach dem Expertenstatus bei der Stiftung Warentest. Manche Kritiker könnten vermuten, dass die Angaben der BeratungskundInnen lediglich mit einer Datenbank abgeglichen werden und kein Mensch darüber schaut. Zudem ist erstaunlich, dass die Organisation rund neun Prozent ihres Umsatzes mit Logo-Lizenzen verdient. Vereinfacht ausgedrückt: je mehr PKV gut abschneiden, desto besser verkauft sich das „Stiftung Warentest“- Logo. Ob so unabhängige und kompetente Beratung aussieht?

 

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