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PKV: Hausbesuchsnotdienst für Kinder in der Kritik

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Bessere Leistungen für Versicherte in der Privaten Krankenversicherung (PKV) sind an der Tagesordnung. Dass dies nicht jedem gefällt, versteht sich von selbst. Aktuell entzündet sich die Debatte anhand eines neu eingerichteten Hausbesuchsnotdienst für Kinder.

An sich eine gute Idee, die die Allianz PKV da hatte, doch folgt man der ÄrzteZeitung, so regen sich viele Kinderärzte darüber auf. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte nennt das Angebot „moralisch höchst fragwürdig“ was wiederum Fragen aufwerfen dürfte.

Worum geht es überhaupt? Vor allem um die Tätigkeit des auf ärztliche Hausbesucher spezialisierten Dienstleisters Medlanes. Dieser soll der problematischen Kinderarztversorgung in der Nacht und an den Wochenenden Rechnung tragen und mit „Kinderärzte on the Road“ ein alternatives Angebot schaffen. Getestet wird zunächst in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München.

Manche Ärzte argumentieren dagegen und nennen das Angebot eine „Rosinenpickerei“ und verweisen auf die ohnehin knappe Versorgung mit Kinderärzten. Die Notfallambulanzen sind derweil überfüllt, was durch den Wegfall weiterer Ärzte verschärft würde.

Fakt ist allerdings auch, dass ein Vollversicherter in der PKV schon jetzt das Recht auf ärztliche Hausbesuche hat. Und dass die Teilnahme von Seiten der Kinderärzte natürlich freiwillig ist. Ob kranke Kinder unbedingt immer transportfähig sind, ist ebenfalls eine Frage wert. Zuletzt erstaunt die Ansicht des Berufsverbands der Kinderärzte, die einen Hausbesuch sogar als „medizinisch bedenklich“ einstufen, weil die diagnostischen Möglichkeiten vor Ort nicht ausreichten. Wenn ein Kind beispielsweise akutes Fieber hat, dürfte dieses Argument nicht ziehen.

Man darf gespannt sein, ob und wie sich diese Diskussion weiterentwickelt. Es existieren schließlich noch eine Fülle weiterer Bereiche, in denen die PKV gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen bessere Leistungen bietet und damit — wenn man so will — Kapazitäten abzieht.

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