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PKV: Betriebliche Krankenversicherung keine Sachleistung mehr?

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Bislang galt die Betriebliche Krankenversicherung (BKV) als Erfolgsmodell im PKV- Bereich. Das Bundesfinanzministerium könnte das nun ändern, sofern auch auf die Beiträge, die in die entsprechende Absicherung fließen, weiterhin Steuern und Abgaben erhoben werden.

Über entsprechende Vorhaben berichtet die Ärzte Zeitung und bietet sogleich Lösungen an. So könnten die Beiträge beispielsweise mit einem steuerlichen Nachlass bedacht werden. Bislang geht es aber erst einmal um den Vorstoß des Bundesrates, der am heutigen Montag vor dem Finanzausschuss beraten wird.

Seit Oktober 2013 werden die Beiträge, die Unternehmen für ihre MitarbeiterInnen einzahlen versteuert  und nicht mehr als Sachleistungen anerkannt. Experten, wie Professor Klaus-Dieter Drüen, Professor für Unternehmenssteuerrecht, Bilanzrecht und Öffentliches Recht an der Universität Düsseldorf, kritisieren diese Entscheidung und verweisen unter anderem darauf, dass sich die Arbeitnehmer die Leistung nicht bar auszahlen lassen können und die Einstufung daher falsch ist.

Unabhängig vom Streit um formaljuristische Definitionen soll in der heutigen Anhörung auch die sozialpolitische Komponente der betrieblichen Krankenversicherung zur Sprache kommen. Es handelt sich bei der BKV um ein probates Mittel der Risikoabsicherung, durch die auch Angestellte mit Vorerkrankungen ohne Gesundheitsprüfung unter den Versicherungsschirm gelangen. Zudem ist die private Krankenzusatzversicherung ein wichtiges Argument, um Mitarbeiter zu rekrutieren und an ein Unternehmen zu binden.

Es stellt sich daher die Frage, ob es tatsächlich politisch gewollt ist, noch größeren Druck auf die gesetzlichen Krankenkassen und deren Leistungsfähigkeit aufzubauen. Indem günstige private Zusatzversicherungen existieren, wird die Gesundheitsversorgung verbessert und das sollte nach Ansicht des PKV-Verbandes (und vieler anderer) eher gefördert als eingeschränkt werden.

 

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