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PKV: Beitragserhöhungen teilweise nicht rechtens?

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Das Urteil ist schon einige Tage alt und enthält nach Ansicht vieler Experten enorme Sprengkraft für die Privaten Krankenversicherungen (PKV). Das Amtsgericht Potsdam kam unter dem Az: 29 C 122/16 zu der Einschätzung, dass eine Beitragserhöhung lediglich durch einen tatsächlich unabhängigen Treuhänder genehmigt werden darf.

War dies nicht der Fall, so muss eine PKV die zuviel gezahlten Beiträge nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozent an die Versicherten zurückzahlen. Das berichtet der Focus und nimmt damit auf ein Verfahren Bezug, in dem die Axa beklagt wurde.

Wohlgemerkt: der Versicherungskonzern hat sogleich Berufung eingelegt, sodass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Seitens mancher Kanzleien werden jedoch schon fünfstellige Beträge in den Raum gestellt — und zwar pro versicherter Person.

Seitens der PKV -Versicherten existiert kaum eine Chance, um selbst herauszufinden, ob eine Beitragserhöhung rechtens war oder nicht. Entsprechend wird die Klage empfohlen, um diese Frage vor Gericht zu klären. Rechtsschutzversicherungen übernehmen meist sogar die Kosten.

Die Person des Treuhänders ist somit stark in die Schusslinie geraten. Im Fall der Axa reichte der Verweis auf die Zuständigkeit für viele Tarife bereits aus, um den Status der Unabhängigkeit aberkannt zu bekommen. Andererseits ist es aber so, dass der Treuhänder formaljuristisch auf Seiten der Versicherten ist und dessen Prüfung daher über jeden Zweifel erhaben sein muss.

Kommt es nun zu einer regelrechten Klagewelle? Das wird sich zeigen, doch könnte das Potsdamer Urteil noch jede Menge Wellen schlagen….

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