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PKV: Ärzte verschreiben oftmals Medikamente ohne Zusatznutzen

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Die Studie wurde zwar von der Krankenkasse DAK Gesundheit erstellt – die Erkenntnisse lassen sich aber mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf die Private Krankenversicherung (PKV) beziehen. Demnach verschreiben Ärzte mehr und mehr neue Medikamente, ohne deren Nutzen zu kennen.

Konkreteres findet sich bei Widge.de, wo wir erfahren, dass es sich bei den meisten Präparaten um Neuentwicklungen handelt, für die noch ein Patentschutz existiert. In der Folge liegen die Kosten deutlich höher als bei erprobten Medikamenten – und dass, ohne einen erkennbaren therapeutischen Mehrwert.

Nach Angaben der Studienersteller waren die neuen Präparate sogar in der Mehrzahl und sorgten somit für Mehrkosten für die Krankenkassen (und vermutlich auch die PKV). Eines der Probleme besteht dabei in den mangelnden Informationen. Oftmals wissen die Ärzte nicht genau, worin der Vorteil eines bestimmten Präparats bestehen soll und haben somit keine Grundlage für eigenen Entscheidungen.

Zwar existiert seit 2010 das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG), in dem angemessene Kosten für patentgeschützte Medikamente vorgeschrieben werden. Wann jedoch der Zusatznutzen eingepreist wird und wann es lediglich um die ökonomischen Interessen der Pharmaunternehmen geht, lässt sich nur schwerlich nachvollziehen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nimmt zwar eine Zusatznutzenbewertung vor, doch gelangen deren Ergebnisse nur in den seltensten Fällen zu den Ärzten. Würde hier eine bessere Informationspolitik betrieben, könnten sowohl die gesetzlichen Krankenkassen als auch die PKV eine Menge Geld sparen – was letztlich den Versicherten zugute kommt.

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