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PKV: 16 Treuhänder in der Kritik

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Die Problematik der nicht unabhängigen Treuhänder in der Privaten Krankenversicherung (PKV) zieht derzeit weitere Kreise. Im Fokus stehen mittlerweile 16 Personen, die möglicherweise aus Gefälligkeit bzw. ohne eingehende Prüfung Beitragserhöhungen durchgewunken haben.

Wohlgemerkt: wie die Welt berichtet, handelt es sich derzeit nur um Vermutungen und Vorermittlungen. Das Landgericht Koblenz wird hierüber am 15. Juli ein Urteil sprechen, das jedoch keineswegs den Schlusspunkt unter die Debatte setzen dürfte. Während es in Koblenz um die DKV geht, ist auch die AXA bereits ins Visier der Kläger geraten.

Einer der Fälle um die vermeintliche Gebundenheit der Treuhänder ist sogar schon beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe angelangt. Die Chancen, dass hier auch zugunsten der Versicherten entschieden wird, ist durchaus vorhanden und würde dazu führen, dass ein Teil der gezahlten Beiträge zurückgefordert werden darf.

Die Grünen haben nun eine Anfrage an das Bundesfinanzministerium gesendet und erfahren, dass lediglich 16 Treuhänder für die insgesamt 46 privaten Krankenversicherer tätig sind. Bei 66 Prüfungen betrug die Ablehnungsquote der Beitragserhöhungs-Begehren gerade einmal 1,5 Prozent und in nahezu allen Fällen wurde lediglich auf Aktenbasis geprüft. Die Akten stammten von den Privaten Krankenversicherern, die auch die Rechnungen der Treuhänder bezahlt haben.

Folgt man den Grünen, so ist die derzeitige Praxis nicht mehr akzeptabel und die Prüfungen müssten dringend verschärft werden. Die Oppositionspartei sieht hierbei vor allem die BaFin in der Pflicht, die das Thema offenbar zu lange hat schleifen lassen.

Fakt ist allerdings, dass auch im Falle eines Urteils zugunsten der Versicherten keine allzu großen Probleme für die PKV entstehen dürften. Klagen können nur einzeln eingereicht werden, was im Falle einer Ablehnung aufgrund des hohen Streitwertes sehr teuer sein kann. Zudem verjähren etwaige Ansprüche nach zehn Jahren.

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