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Online-Abmahnungen: Vorsicht vor falschen Rechtsschutz-Versicherungen

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Nachdem wir uns bereits gestern dem Thema „Rechtsschutz“ und den Guten der Branche gewidmet haben, folgt heute noch ein kleiner Nachtrag. Es geht dabei um die zahlreichen Trittbrettfahrer der allgegenwärtigen Abmahnwelle im Internet.

Die meisten LeserInnen werden von den Abmahnungen einige Kanzleien gelesen haben, die wegen des angeblichen Streamings von Pornofilmchen über das Portal Redtube erfolgt sind. Unabhängig davon, dass diese Abmahnpraxis rechtlich zumindest bedenklich ist, sollten auch die neuerdings versendeten Rechtsschutz -Angebote mit Vorsicht (oder besser gar nicht) genossen werden.

Die „Welt“ greift dieses Thema auf und warnt explizit vor dem so genannten „Online-Rechtsschutz“ oder auch „Internet-Versicherungen“. Meist handelt es sich hier um zusätzliche Policen, die den bestehenden Rechtsschutz ergänzen. Nach Ansicht von Verbraucherschützern sind die meisten Offerten jedoch nicht besser als der ohnehin bestehende Rechtsschutz und bieten keinerlei Mehrwert.

Käuferschutz bei nicht gelieferten Waren sind in vielen Fällen bereits Teil des Services, so beispielsweise bei Paypal. Entsprechend bedarf dieser Aspekt keinerlei zusätzlicher Versicherung.

Fragwürdig erscheinen Rechtsschutz-Versicherungen „mit Identitäts-Schutz im Internet“. Diese schützen zwar vor dem Missbrauch persönlicher Daten im Internet, nutzen hierzu jedoch ein umfassendes Monitoring, das auch von Google Alerts geboten wird. Auch so genannte „Online Cleaner“ bieten hier keinen Mehrwert und richten lediglich Anfragen an die jeweiligen Provider, was die Betroffenen letztlich auch selbst tun können.

Zuletzt werden auch Bereiche wie der Ruf-Schutz oder das Urheberrecht abgedeckt bzw. nicht abgedeckt. In ersterem Fall funktioniert die entsprechende Police nur dann, wenn in einem Weblog, einem Forum oder einem sozialen Netzwerk falsche Meldungen verbreitet werden. Presseorgane sind hiervon ausgenommen. Der Bereich Urheberrecht mit den entsprechenden Verstößen ist wiederum zu heikel, um hier einen eigenen Versicherungsschutz anzubieten.

Kurzum: wer eine reguläre Rechtsschutz-Versicherung besitzt, ist ausreichend geschützt. Zusatzpolicen für das Internet kosten nach Ansicht der Experten nur Geld und bieten keine entsprechende Gegenleistung.

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