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Neuer Steuervorteil für Lebensversicherungen kaum spürbar

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Auf den ersten Blick wirkt die neue steuerliche Regelung für Lebensversicherungen attraktiv. Faktisch handelt es sich jedoch um kaum spürbare Ersparnisse, wie nun verschiedene Rechnungen unterstreichen. Die Steueränderung aus dem Jahr 2005 wird 2017 erstmalig angewendet.

Wie die Wirtschaftswoche schreibt, muss nach einer Laufzeit von mindestens zwölf Jahren lediglich die Hälfte des Ertrags versteuert werden. Eine weitere Bedingung ist das Erreichen des 60. bzw. 62. Lebensjahres. Klingt erst einmal gut.

In der Praxis ist es jedoch so, dass bei Auszahlung der Versicherungssummen erst einmal die volle Abgeltungssteuer in Höhe von 26,375 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag erhoben wird. Wer dies bei der Steuererklärung in den Bogen KAP einträgt, kann sich eventuell zu viel gezahlte Steuer zurückholen. Zugrunde liegt dann jedoch nicht mehr der Satz der Abgeltungssteuer, sondern der persönliche Steuersatz, d.h. je höher ein Einkommen, desto geringer ist  der steuerliche Vorteil.

Problematisch an der Neuregelung im Bereich Lebensversicherung ist vor allem, dass durch die Auszahlung der Lebensversicherungssumme auch die Gesamtsumme der Einkünfte steigt. Infolge der Progression ist meist ein deutlich höherer Steuersatz als der der Quellensteuer fällig, sodass bei einer Versicherungssumme in Höhe von 100.000 Euro und einem Jahreseinkommen in Höhe von 50.000 Euro nur noch 16 Prozent Steuervorteil herausspringen bzw. 84 Prozent voll versteuert werden.

Wohlgemerkt: dies ist nur ein skizziertes Beispiel, denn in der Praxis ist die Berechnung noch ein gutes Stück komplizierter. Große Vorteile mag jedoch niemand in der tendenziell komplizierten neuen Gesetzgebung sehen.

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