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Nach Bombensprengung: ungewöhnlicher Versicherungsstreit in München

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In München findet seit einiger Zeit ein durchaus skurriler Rechtsstreit statt. Klägerin ist in diesem Fall die Axa Versicherung, die nach einer Schadensregulierung das Geld von der Stadt München zurück erhalten möchte. Bei der Entschärfung einer Fliegerbombe in Schwabing wurde nach Ansicht des Versicherers nicht richtig gearbeitet.

Die Süddeutsche Zeitung dokumentiert den Fall und berichtet darüber, dass das Stroh, dass zur Dämmung der Explosion eingesetzt wurde, Feuer fing. Daraufhin rieselte es auf Dächer und gelangte durch die Druckwelle auch in manche Gebäude.

Nach Ansicht des Axa beläuft sich der Schaden auf 410.565,76 Euro, die nebst Zinsen eingeklagt werden. Die Versicherung hatte zuvor die Schadensregulierung für eine Boutique, einen Bubble-Tea-Laden sowie ein Tonstudio übernommen. Nach deren Ansicht wurde die Sprengung „grob fehlerhaft“ durchgeführt, wofür die Stadt München haftbar gemacht wird.

Die Stadt München wehrt sich und spricht von einer ordnungsgemäßen Sprengung. Hinzu kommt aber, dass nach Ansicht der Richter nicht die Kommune, sondern das bayerische Innenministerium für den Schaden aufzukommen hat bzw. der Adressat für eine möglicherweise berechtigte Forderung ist.

Interessanterweise klagt die Axa noch einmal gegen die Stadt und wendet sich nun an das Oberlandesgericht. Man darf gespannt sein, wie in der Sache entschieden wird und ob dieses Mal die Zuständigkeit der Stadt anerkannt wird. Es könnte jedoch durchaus sein, dass dieser Fall auch noch in den kommenden Jahren die Medien beschäftigt.

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