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Muss Versicherer Dashcam-Videos als Beweis akzeptieren?

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Es ist schon makaber, doch in rechtlicher Hinsicht umstritten. Eine Frau hat auf einer Fahrt über die Landstraße mit einer Dashcam ihren eigenen tödlichen Unfall gefilmt. Wenngleich das Gericht das Video als Indiz für eine fahrlässige Tötung ansieht, verweigert die Versicherung des Beschuldigten eine Schadensregulierung.

Im „Focus“ wird der Fall detailliert aufgerollt. Auf der Landstraße im brandenburgischen Kreis Märkisch Oderland war eine 59-Jährige mit ihrer 36-jährigen Tochter unterwegs. Bei einem Überholmanöver scherte plötzlich ein PKW aus und drängte die beiden Frauen von der Straße, die daraufhin gegen einen Baum prallten.

Der Fahrer des Fahrzeugs hatte das überholende Auto schlichtweg übersehen, was sich verhängnisvoll auswirkte. Nach Ansicht der Versicherung verstoßen die Aufnahmen mit der Dashcam jedoch gegen den Datenschutz. In der Tat ist die Verwendung von Dashcam-Videos auch vor Gericht umstritten, kann aber in Straf- und Zivilprozessen ermöglicht werden. Es handelt sich um eine Abwägung.

Entsprechend ist zwischen der strafrechtlichen und zivilrechtlichen Einschätzung zu unterscheiden oder anders formuliert: auch, wenn der Unfallverursacher rechtskräftig verurteilt würde, könnte dessen Versicherung ermangelst Beweisen die Zahlung verweigern. Das Urteil steht in beiden Fällen noch aus.

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