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Monopolkommission der Bundesregierung schlägt PKV -Reformen vor

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Wieder einmal kommt Bewegung in die Diskussion um die Private Krankenversicherung (PKV). In diesem Fall hat sich die Monopolkommission der Bundesregierung zu Wort gemeldet und mehr Wettbewerb – auch zwischen der PKV und den gesetzlichen Krankenkassen – gefordert.

Im Rahmen der Präsentation des 75. Sondergutachtens der Kommission zu Stand und Perspektiven im deutschen Krankenversicherungssystem wurde das bestehende System mit PKV und gesetzlichen Krankenkassen nicht in Frage gestellt. Vielmehr berichtet das Handelsblatt über die Forderung, mehr auf die Chancen durch Digitalisierung zu setzen.Konkret bestehen diese in besseren Präventionsmaßnahmen oder auch in der Nutzung App-basierter Dienste aber auch in der Vernetzung der behandelnden Ärzte und Kliniken untereinander.

In den gesetzlichen Krankenkassen soll es nach dem Willen der Monopolkommission möglich werden, dass der monatliche Beitrag gesenkt wird, sobald der Versicherte „das Recht einräumt, die medizinische Versorgung stärker zu steuern.“ Ein Beispiel hierfür besteht im Hausarzttarif oder auch in einer Auswahl bestimmter Leistungsanbieter, die nach Kosten- und Qualitätskriterien ausgewählt werden. Ebenfalls sollen regional begrenzte Tarife ermöglicht werden.

Des Weiteren sollen Krankenkassen deutschlandweit in den Status eines Privatunternehmens gebracht werden. Die Folge wäre ein Unterliegen unter das Wettbewerbsrecht. Als Körperschaften des öffentlichen Rechts sollen die Kassen nur noch dann auftreten dürfen, wenn es um das Schließen kollektiver Verträge geht.

Und die PKV? Hier sollen Zusammenschlüsse einzelner Unternehmen erleichtert werden und auch gemeinsame Tarife möglich werden. Ebenfalls soll das Aushandeln von Honoraren mit den Leistungsanbietern (also den Ärzten) erlaubt werden und die Tarife aus der GOÄ nicht mehr als Minimum, sondern als Maximum definiert werden.

Interessant ist der Ansatz, dass der Wechsel zwischen den PKV-Anbietern erleichtert werden soll. Dies soll natürlich durch Mitnahme eines großen Teils der Rückstellungen erfolgen. Die Höhe richtet sich nach dem Gesundheitszustand, der zuvor ermittelt wird. Des Weiteren sollen die Rücklagen einmal im Jahr gesondert aufgeführt werden. In diesem Punkt ist Protest jedoch schon jetzt vorprogrammiert, zumal es sich um eine weitere Entsolidarisierung zugunsten junger und gesunder Versicherter handeln würde.

 

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