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Lebensversicherungen setzen weiterhin auf Anleihen

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Ginge es nach der FAZ, so ließe sich der Krise im Bereich Lebensversicherungen deutlich besser trotzen. Unter der Überschrift „Mutige Versicherer werden belohnt“ findet sich ein interessanter Artikel über die Zusammenhänge zwischen der Versicherungsbranche und dem Anleihenmarkt.

Offensichtlich haben die Lebensversicherungen zu Beginn des Jahrtausends deutlich mehr auf Aktien gesetzt. Bis zu einem Viertel der Anlagen wurden in diesem Bereich investiert – und das gegenüber 90 Prozent Festanlagenanteil in der heutigen Zeit.

Das Problem besteht nun darin, dass die festverzinslichen Wertpapiere nur noch geringe Zinsen bieten und umgekehrt manche ältere Lebensversicherungen mit 3,25 Prozent oder sogar vier Prozent bedient werden müssen. Zum Vergleich: eine Bundesanleihe bringt derzeit gerade noch ein Prozent und das bei einer Laufzeit von zehn Jahren.

Hinzu kommt, dass eine Zinszusatzreserve angespart werden muss. Die Summe, die von der Finanzaufsicht gefordert wird, beläuft sich derzeit auf 13,5 Milliarden Euro zzgl. runden neun Millarden Euro, die in diesem Jahr hinzuaddiert werden müssen.

Was also tun, um der sinkenden Rendite zu entkommen? Derzeit engagieren sich die Lebensversicherer verstärkt auf dem Feld der Gewerbeimmobilien, Infrastrukturinvestitionen, Beteiligungen und Unternehmensanleihen außerhalb Europas. Aktien oder Aktienfonds haben nur einen geringen Anteil, was auch mit den Regelungen von Solvency II zu tun hat. Nur noch zehn Prozent der Gewinne können dazu genutzt werden, das Eigenkapital zu stärken, sodass jedes Risiko mit vorhandener Substanz unterlegt sein muss.

Für die Zukunft könnte sich das jedoch ändern, denn neue Verträge werden nur noch mit einem Garantiezins von 1,75 Prozent bzw. 1,25 Prozent ab Beginn des neuen Jahres ausgegeben. In der Folge sinkt der Garantieanteil und es könnte früher oder später mehr in lukrative Anlagen investiert werden. Welchen Anbietern dieser Schwenk und damit verbundene Strategiewechsel jedoch gelingt, wird die Zukunft zeigen.

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