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Lebensversicherungen: Krise auf Rücken der Versicherten?

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Die Lebensversicherer stehen wieder einmal in der Kritik. Dieses Mal geht es um eine Studie der Bundesregierung nach der zu wenig oder keine Ausschüttungen an Kunden stattfinden. Und damit offensichtlich gegen geltende Gesetze verstoßen wird.

Fest steht, dass die laufende Verzinsung derzeit nur noch bei 2,4 Prozent liegt und in den 1990er Jahren mehr als sieben Prozent betrug. Dieser Fakt, auf den Spiegel Online hinweist, lässt sich allerdings nicht den Versicherern anlasten. Anders sieht es hingegen mit dem Verdacht aus, dass die Lebensversicherer die Folgen der anhaltend niedrigen Zinsen eins zu eins auf ihre Versicherten abwälzen.

Die Sparbeträge der Kunden werden in sichere Anlagen investiert, sodass die Auszahlungen am Ende immer geringer werden. Hinzu kommen die Versprechen gegenüber Altkunden, deren Verträge noch mit Garantiezinsen in Höhe von vier Prozent bedient werden müssen. Um diese Risiken abzupuffern, wurde eine Zinszusatzreserve aufgebaut und der Rohüberschuss sinkt.

Das Problem dabei liegt im Lebensversicherungsreformgesetz aus dem Jahr 2014. Dieses besagt vereinfacht formuliert, dass die Rohüberschüsse nicht schrumpfen dürfen, wenn gleichzeitig Gewinne an die Eigentümer der Versicherung (also die Aktionäre) ausgezahlt werden. Die Versicherer umgehen diese Regelung, indem – laut Studie – Gewinnabführungsverträge geschlossen werden und bestehende Gewinne direkt in die Muttergesellschaften fließen.

2016 wurden die Gesamtüberschüsse der Branche so auf 333,5 Millionen Euro gesenkt und hätten ohne diesen „Trick“ bei 1,45 Milliarden Euro gelegen. Auch die Zahl der Versicherer, die sich dieser Methode bedienen, ist in den letzten Jahren gestiegen und liegt aktuell bei 31. So nimmt nicht wunder, dass Politiker, unter anderem der Grünen, die Auffassung vertreten, dass dies „“dringend korrigiert werden“ müsse.

Ob dies jedoch ein vorrangiges Anliegen der neuen Bundesregierung werden wird, zeigen erst die kommenden Jahre….

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