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Lebensversicherungen: kein Boom auf dem Zweitmarkt

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So unattraktiv scheint die Lebensversicherung nachwievor nicht zu sein. Wenngleich in den Medien die sinkenden Rechnungszinsen beklagt werden, herrscht auf dem so genannten „Zweitmarkt“ derzeit Ebbe. Gemeint ist hiermit die Möglichkeit, eine bestehende Police weiterzuverkaufen anstatt vorzeitig zu kündigen.

Das „Handelsblatt“ greift dieses Thema auf und titelt mit der markigen Überschrift „Kündiger verzweifelt gesucht„. Zitiert wird die Äußerung eines Versicherungsexperten, der sich für ein grundsätzliches Kündigungsverbot für Lebensversicherungen ausspricht und stattdessen einen Weiterverkauf favorisiert. In der Theorie mag die Idee funktionieren und für alle Beteiligten Vorteile bringen – praktisch klappt es aber nicht.

So verzeichnet der Markt der Zweitanbieter seit vielen Jahren ein Volumen von lediglich 200 Millionen Euro jährlich. Gemessen an den Stornozahlen für die Lebensversicherungen entspricht dies gerade einmal 1,4 Prozent des jährlichen Volumens. Im BVZL sind 13 Unternehmen organisiert und scheitern kontinuierlich daran, dass nur wenige Versicherungen überhaupt für den Zweitmarkt geeignet sind.

Der Haken an dem Geschäft mit der Zweitverwertung besteht darin, dass erst nach Tilgung der Abschlusskosten ein lukratives Geschäft möglich ist. In den meisten Fällen passiert dies bei einem Rückkaufwert in Höhe von ca. 10.000 Euro. So ergeben sich Wartezeiten von bis zu zehn Jahren und diejenigen die ihre Lebensversicherungen nur mit geringen Beträgen „füttern“ fallen ebenfalls aus dem Raster.

So düfte der Zweitmarkt auch in Zukunft nur ein Nischenprodukt bleiben, das noch dazu unter großer Unübersichtlichkeit und einer Reihe „schwarzer Schafe“ leidet. Mit anderen Worten lohnt es sich vermutlich eher, die Lebensversicherung zu behalten und sich am Ende auf eine solide Auszahlung zu freuen.

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