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Lebensversicherungen: IWF sieht Risiken bei deutschen Unternehmen

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Ein Grund zur Panik? Das sicher nicht. Und doch sollte die aktuelle Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu den deutschen Lebensversicherern ernst genommen werden. Dort werden vor allem die Garantiezinsen als riskant kritisiert.

Die Münstersche Zeitung widmet sich – wie nahezu jede Tageszeitung – diesem Thema und zitiert den IWF mit dessen Ausführungen über eine „schwere Bürde„. Gemeint sind die aktuellen Garantieversprechen, deren Einhaltung angesichts der niedrigen Zinsen nur schwer erwirtschaftet werden kann.

Insbesondere mittelgroße Anbieter leiden nach Ansicht der Währungshüter unter diesem Problem, das sich auf das gesamte Finanzsystem auswirken könnte. Entscheidend daran ist der Konjunktiv, denn noch lassen sich die Probleme durch richtiges Handeln vermeiden. Tatsache ist, dass der zu zahlende Zins deutschlandweit im Schnitt bei 3,2 Prozent liegt, während eine Staatsanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren lediglich 0,3 Prozent einbringt. Viele Versicherer weichen daher auf lukrativere Produkte ohne Garantie aus, bei denen ein großer Teil des Kapitals in Aktien investiert wird.

Von Seiten der deutschen Versicherungsindustrie wird zwar ebenfalls von einer Herausforderung gesprochen, doch zeigt man sich hier zuversichtlich, dass die Niedrigzinsphase mittelfristig überbrückt werden kann. Laut Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) sehen auch die zuständigen Aufsichtsbehörden sowie unabhängige Rating-Unternehmen keine akute Gefahr. HInzu kommt, dass durch Solvency II Mechanismen für noch mehr Stabilität geschaffen werden.

Nichtsdestotrotz sind die Forderungen des IWF nach mehr Kundenschutz, einer noch besseren Aufsicht und einem internationalen Sicherheitsnetz diskussionswürdig.

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